Die Versorgungssicherheit im Erdgasbereich für die Bundesrepublik ist nicht mehr so angespannt wie in den letzten Jahren. Das Bundeswirtschaftsministerium beendete deshalb nun die Alarmstufe des Notfallplans Gas.
Auf einer Pressekonferenz sagte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, die Gasversorgungssicherheit in Deutschland sei hoch, „das ist eine gute Nachricht“. Dass Deutschlands größter Erdgasspeicher Rehden mit 2,3 Prozent fast leer ist, sieht Reiche nicht als Gegenargument, um die Alarmstufe doch noch aufrechtzuerhalten.
Damit gilt ab sofort wieder die niedrigste, erste Frühwarnstufe. Laut der Bundeswirtschaftsministerin werde die Bundesregierung „ein intensives Monitoring der internationalen Gasversorgung vornehmen, um schnell reagieren zu können“. Dies werde in enger Abstimmung mit der Bundesnetzagentur geschehen.
Die Bundeswirtschaftsministerin führte bei der Pressekonferenz mehrere Gründe an, warum dieser Schritt nun vollzogen wurde. So gebe es aktuell genügend etablierte Lieferwege über die vier FSRU-Terminals (Floating Storage and Regasification Units) in Wilhelmshaven, Brunsbüttel und auf Rügen. Diese seien so ausgelegt, dass sie „ausreichend Resilienz“ schaffen würden.
Auch über das Pipelinesystem habe Deutschland inzwischen eine Diversifizierung geschafft. War 2022 Russland mit einem Anteil von 65 Prozent noch Hauptlieferant, erfolgten zwei Jahre später Erdgaslieferungen vorrangig von Norwegen (48 Prozent), den Niederlanden (25 Prozent) und Belgien (18 Prozent).
Reiche gab zudem zu bedenken, dass sich die deutschen Erdgasspeicher langsam, aber stetig wieder füllten. Auch wenn der größte dieser Speicher in Rehden physikalisch aktuell praktisch komplett geleert sei, habe das spezielle Gründe. Rheden liege im Norden, dort seien andere Kavernenspeicher schneller und einfacher zu befüllen. Zudem ermögliche die LNG-Terminalstruktur im Norden ein liquides Angebot. Da sei eine Befüllung von Rehden durch THE schlicht „unwirtschaftlich“. Bundesweit liegt der Füllstand der deutschen Erdgasspeicher derzeit bei rund 50 Prozent.
Die zur Finanzierung der außerordentlichen Gasspeicherbefüllung eingeführte und zum 1. Juli zuletzt leicht angepasste Gasspeicherumlage will der Bund zum Jahreswechsel wieder abschaffen. Unternehmen und Bürger sollen damit laut BMWE um 3,4 Milliarden Euro Euro entlastet werden.