Kommunale Wärmeplanung finanzierbar gestalten: Strategische Partnerschaften als Schlüssel zum Erfolg

vom 07.07.2025

Die kommunale Wärmeplanung ist für deutsche Stadtwerke von der theoretischen Hürde zur zentralen strategischen Aufgabe geworden. Doch viele Unternehmen stoßen bei der Umsetzung an ihre finanziellen Grenzen. Aktuelle Machbarkeitsstudien offenbaren massive Investitionsbedarfe, die allein kaum zu stemmen sind. Hier bieten Contracting-Lösungen und strategische Partnerschaften entscheidende Vorteile – RheinEnergie – next energy solutions zeigt, wie kommunale Wärmeplanung trotz finanzieller Herausforderungen erfolgreich umgesetzt werden kann.

Wärmeplanung unter Finanzierungsdruck
Die Stadtwerkestudie 2025 von BDEW und EY verdeutlicht das Dilemma: 86 Prozent der befragten Stadtwerke bewerten den Einfluss bestehender gesetzlicher und regulatorischer Vorgaben, wie das am 1. Januar 2024 in Kraft getretene Wärmeplanungsgesetz (WPG), als negativ. Gleichzeitig ist die Wärmeplanung keine optionale Strategie mehr – sie ist gesetzliche Pflicht. Bis 2030 sollen 50 Prozent der Wärme nachhaltig erzeugt werden. Doch die Finanzierung der notwendigen Infrastruktur bringt viele Stadtwerke an ihre Grenzen.

Die finanziellen Realitäten:

  • Bürokratiekosten explodieren: Die Energiewirtschaft trägt 8,2 Milliarden Euro jährlich an Erfüllungsaufwand für Gesetze und Verordnungen
  • Informationspflichten verdoppelt: Von 685 Millionen Euro (2019) auf 1,5 Milliarden Euro jährlich
  • Machbarkeitsstudien überfordern Budgets: Viele Stadtwerke müssen externe Gutachten finanzieren, bevor überhaupt investiert werden kann
  • Steigende Zinsen: Finanzierung von Projekten wird durch gestiegene Zinsen teurer und schwieriger

Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, bestätigt in der Stadtwerkestudie: „Vereinzelte Bemühungen zum Bürokratieabbau werden dadurch konterkariert, dass an anderer Stelle zusätzliche Meldepflichten etabliert werden.“

Machbarkeitsstudien als Wendepunkt
Derzeit führen bundesweit Hunderte von Stadtwerken Machbarkeitsstudien für ihre Wärmenetze durch. Die Ergebnisse sind oft ernüchternd: Investitionen im zweistelligen Millionenbereich für Wärmepumpen, Wärmenetze oder innovative Konzepte wie die Abwärmenutzung von Rechenzentren übersteigen die Eigenkapitalquoten vieler kommunaler Versorger.

„Die Wärmewende braucht weniger Ideologie und mehr Pragmatismus. Stadtwerke stehen vor enormen finanziellen und technischen Herausforderungen, da hilft kein Wunschdenken. Entscheidend ist jetzt das Wie! Strategische Partnerschaften sind dabei der Schlüssel zum Erfolg: Sie schaffen Investitionsspielraum, bündeln Know-how und machen komplexe Projekte überhaupt erst umsetzbar.“ – Emil Issagholian, Geschäftsbereichsleiter Energiedienstleistungen und Fernwärme, RheinEnergie – next energy solutions.

Drei Wege aus der Finanzierungsfalle
Die RheinEnergie hat als strategischer Partner der Kommunen drei bewährte Lösungsmodelle entwickelt, die Stadtwerken helfen, die Wärmeplanung trotz angespannter Haushalte voranzutreiben:

Beispiel 1: Joint Venture für Großprojekte
Die Herausforderung: Ein mittelgroßes Stadtwerk plant ein Fernwärmenetz mit einer Großwärmepumpe zur Flusswasser-Nutzung. Investitionsvolumen: 25 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote würde gesprengt.

Die Lösung: Bildung eines Joint Ventures zwischen Stadtwerk und RheinEnergie. Das Stadtwerk bringt lokale Expertise, Kundenstamm und Infrastruktur ein, die RheinEnergie übernimmt einen variablen Teil der Finanzierung und die technische Umsetzung. Gewinne werden entsprechend der Anteile geteilt.

Der Vorteil: Das Stadtwerk behält die Kontrolle über die Kundenbeziehung und kann das Projekt realisieren, ohne die Bilanz zu stark zu belasten. Zudem können Synergien im Einkauf und der Vergabe gehoben werden.

Beispiel 2: Anlagenbau im Contracting  
Die Herausforderung: Komplexe Heizzentralen mit Wärmepumpen, BHKW und Pufferspeichern überfordern nicht nur das Budget der Stadtkämmerer, sondern auch lokale Handwerker. Stadtwerke benötigen spezialisierte Kompetenz.

Die Lösung: Die Finanzierung über eine Full-Service-Contractinglösung.  Dabei gibt das Stadtwerk alle Investitions-, Bau- und Ausfallrisiken an die RheinEnergie ab und kann mit einer planbaren Contracting-Rate arbeiten. Den Anlagenbau übernimmt die AGO GmbH Energie + Anlagen als Expertin für maßgeschneiderte Energieanlagen in der RheinEnergie-Gruppe. Von der Finanzierung über Planung und Genehmigung bis zur Inbetriebnahme und Wartung kommt dann alles aus einer Hand.

Der Vorteil: Stadtwerke erhalten Zugang zu hochspezialisierter Anlagentechnik und können sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren. Die RheinEnergie übernimmt Gewährleistung und Risiko für die technische Umsetzung und den Betrieb.

Beispiel 3: Asset-Abkauf für sofortige Liquidität
Die Herausforderung: Ein Stadtwerk betreibt bereits ein funktionierendes Gaskraftwerk, benötigt aber dringend Kapital für den Ausbau des Wärmenetzes und neue Wärmequellen.

Die Lösung: Die RheinEnergie kauft bestehende Anlagen ab und übernimmt Betrieb und Wartung in einem Contracting-Modell. Das Stadtwerk erhält sofortige Liquidität. 

Der Vorteil: Kapitalbeschaffung ohne Kreditaufnahme, reduzierte Betriebsrisiken und freie Ressourcen für Zukunftsinvestitionen.

Innovation: Abwärme von Rechenzentren nutzen
Ein besonders innovatives Feld ist die Nutzung von Abwärme aus Rechenzentren. Mit der Digitalisierung entstehen bundesweit neue Rechenzentren, deren Abwärme bislang oft ungenutzt verpufft. Die RheinEnergie entwickelt gemeinsam mit Stadtwerken Konzepte, um diese Energiequelle in die kommunale Wärmeversorgung zu integrieren.

Praxisbeispiel: In einem aktuellen Projekt wird die Abwärme eines Rechenzentrums über Wärmepumpen auf das notwendige Temperaturniveau gebracht und in ein Nahwärmenetz eingespeist. Das Ergebnis: Nahezu CO2-freie Wärme zu kalkulierbaren Kosten.

Finanzielle Vorteile für Stadtwerke
Die Zusammenarbeit mit der RheinEnergie bietet konkrete finanzielle Entlastung:

Liquiditätsschonung: Keine Eigeninvestition erforderlich – Kapital bleibt für Netzausbau und andere Infrastrukturprojekte verfügbar.

Planbare Kosten: Contracting-Verträge schaffen Kostensicherheit über die gesamte Laufzeit.

Risikominimierung: Investitions-, Technologie- und Ausfallrisiken werden an den erfahrenen Partner übertragen.

Fördermittel-Optimierung: Professionelles Fördermittelmanagement maximiert verfügbare Zuschüsse und Kredite.

Gemeinsam zum Erfolg: Das Stadtwerk bleibt Herr des Verfahrens
Entscheidend bei allen Kooperationsmodellen: Das Stadtwerk behält die Kontrolle über die Kundenbeziehung und die strategische Ausrichtung. „Für Stadtwerke entscheidend ist, dass Sie dabei volle Kontrolle über Ihre Infrastruktur behalten und weiterhin die Verantwortung für den Betrieb, Vertrieb und die Abrechnung der Energieprodukte zum Endverbraucher übernehmen“, betont Emil Issagholian.

Die RheinEnergie agiert als technischer und finanzieller Enabler, nicht als Konkurrent. Mit über 600 realisierten Projekten bundesweit und 30 Jahren Contracting-Erfahrung bringt das Unternehmen die notwendige Expertise mit.

Ausblick: Wärmeplanung braucht starke Partner
„Die Wärmewende braucht starke Kooperationen“, fasst die RheinEnergie ihre Philosophie zusammen. In einer Zeit, in der 48 Prozent der Stadtwerke ihren geschäftlichen Erfolg nur noch als gut bis sehr gut bewerten (niedrigster Wert seit 2007), können strategische Partnerschaften den entscheidenden Unterschied machen.

Die kommunale Wärmeplanung ist zu komplex und kapitalintensiv, um sie allein zu bewältigen. Doch mit dem richtigen Partner lassen sich auch ambitionierte Klimaziele erreichen, ohne die finanzielle Stabilität zu gefährden.

„Liquiditätsschonende Umsetzung von Energieprojekten ohne Eigeninvestition“ – dieser Ansatz ermöglicht es Stadtwerken, trotz angespannter Haushalte ihre Rolle als lokale Klimaschutz-Akteure erfolgreich zu erfüllen.

 

Über die RheinEnergie und ihre Partner: Die RheinEnergie AG ist führender Anbieter für kommunale Energielösungen. Als Tochtergesellschaft der Stadtwerke Köln (75,8 %) und strategischer Partner der Westenergie (24,2 %) versteht das Unternehmen die besonderen Herausforderungen kommunaler Versorger. Mit 30 Jahren Erfahrung im Contracting schafft der Bereich RheinEnergie – next energy solutions als bundesweiter Energiemanager branchenspezifische Lösungen für Stadtwerke, Quartiere und Industriekunden. Mit der Spezialisierung auf komplexe Wärme-, Kälte- und Stromversorgung mittels Großanlagen liegen die Stärken in der Projektierung von Contracting-Lösungen und der konzeptionellen Ausarbeitung von Ingenieurleistungen. Dabei legt die RheinEnergie einen hohen Wert auf Erneuerbare Energien und modernste Anlagentechnik wie beispielsweise hocheffiziente Blockheizkraftwerke, Kälteanlagen und Wärmepumpen. Die AGO GmbH Energie + Anlagen als 100%ige Tochtergesellschaft ist spezialisiert auf Planung und Bau innovativer Energieanlagen sowie auf die Entwicklung von hocheffizienten Großwärmepumpen mit Einsatz in Fernwärmenetzen

Kontakt: Emil Issagholian
Leiter Energiedienstleistungen & Fernwärme
RheinEnergie – next energy solutions
0221 178-4040
energiedienstleistungen@rheinenergie.com 
www.rheinenergie.com/edl