Deutschland gerät beim Rollout intelligenter Messsysteme immer mehr ins Hintertreffen. Zwar ist der Einbau bei bestimmten Kundengruppen, etwa bei einem Jahresverbrauch über 6 Megawattstunden oder einer installierten PV-Anlage mit mehr als sieben Kilowattpeak Leistung, seit Januar Pflicht. Trotzdem geht es hierzulange nur schleppend voran.
In Zahlen heißt das: Anfang des Jahres waren nur etwa zwei Prozent aller Haushalte in Deutschland mit einem intelligenten Messsystem mit Gateway ausgestattet. Dort, wo die Nutzung gesetzlich verpflichtend ist, waren es 14 Prozent – und damit weit unter dem angestrebten Ziel. In vielen anderen europäischen Ländern ist der Ausbau deutlich weiter fortgeschritten.
So ist die Abdeckung in den drei skandinavischen Nachbarn Schweden, Norwegen und Finnland nahezu vollständig. Frankreich und Spanien liegen bei Installationsraten von zwischen 90 und 99 Prozent. Im europäischen Durchschnitt nutzten Ende 2024 rund 63 Prozent aller Stromkunden einen Smart Meter.
Dabei sind die hierüber adressierbaren Vorteile sowie das hebbare Potenzial etwa für die Stabilität der Stromnetze enorm. Laut dem Deutschland-Chef des Energiedienstleisters Octopus Energy, Bastian Gierull, [so im RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND)] sind Smart Meter „die Schlüsseltechnologie für ein modernes, bezahlbares Energiesystem“.
Alle Potenziale zusammengenommen, kommt 2025 nach Angaben von E.ON rechnerisch ein Stromverbrauch von 15,6 Terawattstunden zusammen, der „netzdienlich“ verschoben werden könnte. Das entspricht nicht weniger als einem Drittel der Stromerzeugung aller deutschen Gaskraftwerke.