Mehr Anbieterwechsel im Energiemarkt

vom 15.07.2025

2024 war ein gutes Jahr für die Überwacher und Regulatoren des Energiemarktes: Denn noch nie haben so viele Verbraucher ihren Strom- oder Gasvertrag gewechselt. Laut der Bundesnetzagentur wechselten 7,1 Millionen Stromkunden ihren Vertrag und damit 18 Prozent mehr als 2023. Im Gasbereich waren es 2,2 Millionen Kunden (plus 22 Prozent). 

Laut BNetzA-Chef Klaus Müller zeige die hohe Zahl an Lieferantenwechseln im Jahr 2024, dass Verbraucher nach besseren Konditionen suchten. „Das ist ein gutes Zeichen für Wettbewerb und Energiewende.“ Allein 2024 hätten deutsche Haushalte durch Vertrags- und Lieferantenwechsel rund 2,2 Milliarden Euro an Energiekosten einsparen können. 

Im Strombereich waren im vergangenen Jahr 23 Prozent der Haushalte in der Grundversorgung (minus zwei Prozent). Im Gasbereich sank der Kundenanteil von 19 auf 16 Prozent.
   
Laut Lundquist Neubauer vom Vergleichsportal Verivox lässt sich das Anziehen der Wechselwilligkeit mit großen Preisdifferenzen zwischen Bestands- und Grundversorgungstarifen auf der einen und Neukundenangeboten auf der anderen Seite erklären. „Noch nie seit unserer 2004 begonnenen Datenerhebung war das Ersparnispotenzial eines Energieanbieterwechsels im Jahresschnitt so groß wie im Jahr 2024.“
 
Das liege auch an Spätfolgen der Energiekrise von 2022, wodurch viele Grundversorger hohe Einkaufspreise noch im vergangenen Jahr an ihre Kunden hatten weiterreichen müssen. Eine Kilowattstunde Strom habe 2024 in der Grundversorgung im Schnitt 44,2 Cent gekostet, Neukundentarife lagen parallel im Schnitt bei 24,6 Cent. 

Weniger positiv sieht die Entwicklung bei den Liefersperren aus. So stieg die Zahl der Stromsperrungen 2024 um rund 20 Prozent auf 245.000 Fälle; im Gasbereich ging es ebenfalls um ein Fünftel hoch auf 33.700 Fälle.

Die BNetzA führt diese Entwicklung auf gestiegene Energiepreise zurück und vermutete zudem, dass es Nachholeffekte gegeben hat: Mancher Anbieter, der zuvor auf Sperrungen verzichtet habe, setzte nun doch auf dieses Mittel. Dennoch positiv: 2014 hatte es in Deutschland noch 352.000 Stromsperrungen und 46.000 Gassperrungen gegeben.