Ökostrom: Projekte meist günstiger als fossile Pendants

vom 27.07.2025

Rund 91 Prozent der im vergangenen Jahr in Betrieb genommenen erneuerbaren Stromprojekte waren günstiger als neue fossile Alternativen. Darauf verweist ein Bericht der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (Irena). Demnach lagen die Kosten für Solarstrom im Durchschnitt 41 Prozent und für Windenergie an Land 53 Prozent unter den günstigsten fossilen Optionen.

UN-Generalsekretär António Guterres sieht die Welt deshalb am Beginn einer neuen Ära: „Die Zukunft der sauberen Energie ist kein Versprechen mehr. Sie ist eine Tatsache. Keine Regierung, keine Industrie, kein Sonderinteresse kann sie aufhalten“. Länder, die an fossilen Brennstoffen festhielten, schützten nicht ihre Wirtschaft – sie sabotierten sie.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien bringt Irena zufolge nicht nur Fortschritte beim Klimaschutz, sondern hat auch direkte wirtschaftliche Auswirkungen. Allein im Jahr 2024 wurden demnach weltweit 582 Gigawatt neuer erneuerbarer Kapazität installiert, die fossile Brennstoffe zu Kosten von knapp 49 Milliarden Euro einsparten.

Ökostrom sei 2023 für zehn Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts verantwortlich gewesen. Während dieser Anteil nach den Worten des UN-Generalsekretärs in der EU bei 33 Prozent und in China bei 20 Prozent lag, liefen die USA der Entwicklung mit nur sechs Prozent hinterher. Ausbleibende Investitionen in die Branche schwächten die Wettbewerbsfähigkeit von Ländern, die damit „die größte wirtschaftliche Chance des 21. Jahrhunderts“ verpassten.

Der UN-Generalsekretär verwies auch darauf, dass sich Länder mit der Transformation unabhängiger und weniger angreifbar machen würden. Energiekrisen wie in Europa nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine könnten mit erneuerbaren Energien vermieden werden: „Es gibt keine Preisspitzen für Sonnenlicht. Keine Embargos für Wind“. 

Doch nicht alles ist eitel Sonnenschein, es gibt auch Hürden für die weitere Entwicklung: Geopolitische Spannungen, Rohstoffengpässe und Handelszölle, vor allem im Zusammenhang mit der Abhängigkeit der Welt von China bei Solarmodulen und Batteriespeichern.

In Europa und Nordamerika kämen lange Genehmigungsverfahren, begrenzte Netzkapazitäten und hohe Zusatzkosten hinzu.

Seit 2010 seien auch die Kosten für Batteriespeicher Irena zufolge um 93 Prozent gesunken. Doch die Investitionen in die Infrastruktur halte nicht mit der für die erneuerbaren Energien Schritt. Um einen Engpass bei der Integration von Wind- und Solarenergie zu vermeiden, müsse mehr Geld für Netze und Speicher ausgegeben werden. 

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