PV: Deutschland schwächelt

vom 21.08.2025

Deutschland ist schon lange nicht mehr der industrielle PV-Primus. Nun beginnt auch die Rolle als Vorreiter beim Zubau von PV-Anlagen zu schwächeln. In Ländern wie Griechenland, der Schweiz oder Ungarn schreitet der PV-Ausbau deutlich schneller voran. Das zeigen Daten des Fraunhofer-Instituts ISE.

So wurde in Deutschland zwischen 2020 und 2024 pro Kopf rund ein halbes Kilowatt an Solarenergie zugebaut. In der Schweiz, Griechenland und Ungarn lag der Zubau bei 0,6 Kilowatt pro Kopf, in Österreich sogar bei 0,7 Kilowatt.

Im selben Zeitraum stieg die installierte Photovoltaik-Leistung in Deutschland zwar um rund 80 Prozent. In der Schweiz und Griechenland aber vollzog sich deutlich mehr als eine Verdopplung der installierten Leistung, in Österreich und Ungarn sogar mehr als eine Vervierfachung.
 
Ein Grund zumindest dafür liegt in der PV-Abdeckung in Deutschland: Absolut betrachtet ist Deutschland beim PV-Ausbau deutlich weiter als andere Staaten. Für andere Länder ist es somit leichter, die Zahl ihrer Solaranlagen schnell zu steigern, da sie von einem deutlich niedrigeren Niveau kommen.

Im laufenden Jahr erzeugte Deutschland bislang 21 Prozent des Stroms mit Solaranlagen. In der Schweiz lag dieser Anteil nur bei 14 Prozent, in Österreich bei 12. Wesentlich höher als in Deutschland war die Quote in Griechenland mit 28 Prozent.

Hierbei lässt sich auch ein klimaschützender Effekt beobachten, Beispiel Polen: Das Land hat seine installierte Photovoltaik-Leistung in den vergangenen vier Jahren um mehr als 500 Prozent gesteigert. Während Polen im Sommer 2020 oft mehr als 80 Prozent des Stroms mit Kohlekraftwerken erzeugt hat, sind es in diesem Sommer über Tage oft nur noch rund 30 Prozent. Allerdings liegt die Solarquote trotz der hohen Steigerung der letzten Jahre im Schnitt erst bei 14 Prozent. 

Energy Sharing hat nun eine gesetzliche Grundlage.