Klimaforschung: Furcht vor Satellitenwegfall

vom 21.08.2025

Die aktuelle US-Regierung ist kein großer Unterstützer von jeglichen Ansätzen, die irgendetwas mit der Erforschung des Klimawandels zu tun haben. Zuletzt wurden bereits wichtige Datenbanken geschlossen. Nun droht ein neuer Schlag: Die beiden weltraumgestützten Überwachungssysteme OCO‑2 und OCO‑3, die seit Jahren die CO2-Zunahme in der Atmosphäre messen, sollen abgeschaltet werden.

Die beiden Systeme, ein Satellit sowie ein auf der internationalen Raumstation ISS installiertes Gerät, gelten als Kernstück der globalen Klimabeobachtung. So liefert OCO‑2 Daten zur CO2-Konzentration in der Atmosphäre mit einer Genauigkeit, die kein anderes System erreicht. OCO‑3 ergänzt diese Messungen mit flexiblen Kartierungen.

Gemeinsam bilden sie die Grundlage für das Monitoring von Emissionen, das Verifizieren internationaler Klimazusagen und die Verbesserung von Klimamodellen. Die Betriebskosten sind dabei mit rund 15 Millionen US-Dollar pro Jahr vergleichsweise gering.

Nach Recherchen mehrerer US-Medien wurden NASA-Mitarbeiter bereits angewiesen, sogenannte „Termination Plans“ zu erarbeiten, sprich im Falle von OCO-2 ein kontrolliertes Verglühen in der Atmosphäre.

Die Daten beider Systeme sind weltweit frei zugänglich, werden zur Kalibrierung anderer Satelliten genutzt und bilden eine wichtige Grundlage für die Überprüfung internationaler Klimazusagen. Auch Europas Copernicus-Programm zum Klimawandel greift darauf zurück.

Ohne die Messungen von OCO-2 und OCO-3 wäre es viel schwieriger, regionale Emissionsquellen zuverlässig zu erfassen. Weder die Abholzung am Amazonas noch der CO2-Ausstoß von Metropolen wie Los Angeles oder Peking könnten dann so präzise wie bisher überwacht werden, erschwert würden zudem Prognosen von Ernteerträgen.

Laut US-Medienberichten bemühen sich aktuell auch deshalb Universitäten und private Stiftungen, Mittel bereitzustellen, um zumindest OCO‑3 am Leben zu halten. Auch europäische Forschungskonsortien prüfen, ob sie in die Finanzierungsbresche springen können. Ohne einen Zugang zur internen NASA-Daten-Infrastruktur sind die Erfolgsaussichten indes begrenzt.