Eine Studie des energiewirtschaftlichen Beratungsunternehmens Neon im Auftrag des Speicheranlagenentwicklers Eco Stor hat sich der Wirkung von Großbatteriespeichern auf die Netzdienlichkeit angeschaut. Das Ergebnis: Großbatterien mindern die Netzkosten bereits heute.
In der vorliegenden Studie gingen die Analysten von der Annahme aus: Netzdienlich ist, was Netzkosten reduziert. In diesem Zusammenhang berechnet die Studie das Verhalten von zwei Großbatterien (eine in Schleswig-Holstein, eine in Bayern) auf das Stromnetz – separat für jede Viertelstunde des Jahres. Anschließend verglichen die Studienmacher für jede Viertelstunde den Batteriebetrieb (Laden, Entladen, Stillstand) mit dem regionalen Bedarf an steuernden Maßnahmen seitens der Netzbetreiber (positiv, negativ, keiner).
Das Ergebnis hierbei war, dass Großbatterien die Netzkosten bereits heute reduzieren. Nach den Berechnungen sparen sich die Netzbetreiber Redispatch-Kosten in Höhe von drei bis sechs Euro im Jahr für jedes Kilowatt Batterieleistung. Die Berechnungen zeigen zudem, dass eine Großbatterie das Netz etwa gleich häufig entlastet und belastet – jeweils in rund 20 Prozent der Viertelstunden.
Übers Jahr gesehen reduziert die Batterie die Kosten für Redispatch, auch wenn der Beitrag gering ist. In der restlichen Zeit steht die Batterie entweder still oder das Netz ist engpassfrei. Laut Neon-Geschäftsführer Lion Hirth seien „Großbatterien […] also in diesem Sinne keinesfalls grundsätzlich als belastend für das Netz einzustufen, auch wenn dies in der energiepolitischen Debatte manchmal suggeriert wird“.
Allerdings geschieht diese Netzentlastung rein zufällig. Denn im deutschen Strommarktdesign gibt es keine regionalen Preise. Batterien richten sich deswegen wie alle anderen Anlagen nach dem einheitlichen deutschen Preissignal auf Großhandels- und Regelenergiemärkten. Netzengpässe sind für sie unsichtbar.