Klimagipfel: Kaum konkrete Minderungszusagen

vom 02.10.2025

In gut einer Woche startet im brasilianischen Belém der Weltklimagipfel COP 30. Bisher sind dafür indes noch nicht von allen Staaten die sogenannten Nationally Determined Contributions (NDCs) eingegangen. Diese Minderungsziele fallen, wo sie vorliegen, zudem oft wenig ambitioniert aus. 

Das zeigt auch der vor einer Woche vorgelegte UN-Bericht zu den nationalen Klimabeiträgen, den sogenannten Nationally Determined Contributions (NDCs).

Gemäß dem Pariser Klimaabkommen von 2015 müssen alle Staaten regelmäßig Pläne vorlegen, in denen sie ihre beabsichtigten Maßnahmen zur Verminderung der Emission von Treibhausgasen sowie zur Anpassung an den Klimawandel auflisten. Die NDCs müssen dabei von den Ländern alle fünf Jahre aktualisiert und verschärft werden.

Ursprünglicher Abgabetermin für die neuen Pläne war Februar 2025. Doch die Deadline hielten nur 13 der 195 Vertragsstaaten der UN-Klimakonvention ein. Immerhin: Bis Ende September ist diese Zahl auf 64 gestiegen. Diese NDCs decken etwa 30 Prozent der weltweiten Gesamtemissionen im Bezugsjahr 2019 ab. 

Der Pferdefuß hierbei: Große Emittenten haben sich bislang zurückgehalten. Neben China etwa hat auch die EU noch nicht geliefert. China hatte zur UN-Klimawoche im September nur allgemein zugesagt, seinen CO2-Ausstoß bis 2035 um sieben bis zehn Prozent gegenüber dem Höchststand zu senken. Die EU einigte sich bisher auf eine mögliche Spanne; diese liegt zwischen 66 und 72,5 Prozent Minderung bis 2035. 

Wie das UN-Klimasekretariat einräumte, ließen sich aus dem begrenzten Datensatz der 64 Klimapläne keine weitreichenden Schlussfolgerungen oder Rückschlüsse auf globaler Ebene für den Klimaschutz ziehen.

Beziehe man die nicht offiziell eingereichten, aber zumindest verlautbarten Ziele mit ein, ergeben Berechnungen, dass die globalen Emissionen bis 2035 um etwa zehn Prozent sinken würden. Damit gelinge es der Menschheit dann erstmals, die Emissionskurve deutlich nach unten zu drücken – auch wenn dies noch immer zu langsam geschehe.

Jedoch bleibt eine bittere Ereknntnis: Die Zahlen zeigen das faktische Scheitern des 1,5-Grad-Ziels. Für dieses Ziel müssten die globalen Emissionen nach aktuellen Angaben bis 2030 um bis zu 50 oder 60 Prozent sinken. Der CO2-Gehalt in der Atmosphäre hat erst im August mit 425,48 ppm einen neuen Rekorswert erreicht.

Besonders sorgen sich die Inselstaaten, welche Auswirkungen diese Festlegungen langfrisitg besonders für sie haben werden. So forderte die Allianz der kleinen Inselstaaten (Aosis) erneut, dass Regionen wie die EU eine Führungsrolle im Klimaschutz übernehmen müssten. Auch verlangen sie, dass die unzureichenden NDCs auf dem Klimagipfel diskutiert werden, was bisher nicht vorgesehen ist. 

Der anstehende Klimagipfel sucht noch nach signifikanten Minderungsbeiträgen.