Die klimaschädlichen Emissionen Deutschlands sinken langsamer. Das zeigen die Emissionsdaten des Umweltbundesamtes (UBA) für das Jahr 2025. Das Land verursachte im vergangenen Jahr kumuliert rund 649 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (CO2eq). Die Emissionen sanken damit um knapp 0,1 Prozent im Vergleich zu 2024. Damit hat Deutschland seine Treibhausgasemissionen seit 1990 um 48 Prozent reduziert.
Im Detail zeigt sich, dass ein wesentlicher Teil dieser Minderung auf die aktuell schwache Konjunktur zurückgeht: Im Industriesektor sanken die THG-Emissionen um 5,7 Millionen Tonnen CO2eq. Dies wird jedoch durch deutliche Anstiege beim Verkehr (plus 2,1 Millionen Tonnen CO2eq) und bei den Gebäuden (plus 3,4 Millionen Tonnen CO2eq) wieder ausgeglichen. Auf die Energiewirtschaft entfällt eine Senkung von 0,6 Millionen Tonnen CO2eq, was besonders auf die gestiegene regenerative Stromerzeugung zurückzuführen ist.
Ein wesentlicher Faktor bleiben auch die großen Waldflächen Deutschlands. Nach den Trockenjahren zwischen 2018 und 2023 haben sich diese wieder etwas erholt und 2025 mehr CO2 aufgenommen als emittiert. 2025 waren das 19,3 Millionen Tonnen CO2eq.
Insgesamt unterschreiten die Emissionen 2025 die vorgegebene Jahresemissionsgesamtmenge des Klimaschutzgesetzes. Das gesetzliche Ziel, die THG-Emissionen bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren, bleibt erreichbar. Allerdings braucht es dafür laut dem UBA zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen. Ab 2026 müssten die Emissionen bis 2030 pro Jahr im Schnitt um 42 Millionen Tonnen CO2eq sinken.
Bundesumweltminister Carsten Schneider sieht Deutschland auf dem Weg zur Klimaneutralität schon weit vorangekommen. „Ohne die Fortschritte der Vergangenheit wären wir heute noch abhängiger von Öl- und Gas-Importen. […] Zugleich können wir eine gestiegene Akzeptanz für Klimaschutztechnologien feststellen: Die Nachfrage nach Elektroautos und Wärmepumpen ist 2025 enorm angestiegen. Und es gibt so viele neu genehmigte Windkraft-Projekte wie nie zuvor. Das macht Hoffnung, dass die Fortschritte in den nächsten Jahren wieder größer werden.“ Deutschland habe das technologische Werkzeug, um Klimaschutz, wirtschaftliche Dynamik und bessere Lebensbedingungen miteinander zu verbinden. Was dem Klima nutze, erhöhe auch unsere Sicherheit und Wirtschaftskraft. „Jede zusätzliche Kilowattstunde erneuerbarer Energie macht unser Land unabhängiger von Öl und Gas und unsere Energieversorgung sicherer.“
Laut UBA-Präsident Dirk Messner wüssten wir, was zu tun ist, um die nationalen Klimaziele noch zu erreichen. „[d]ie Weichen dafür können Ende März mit dem Klimaschutzprogramm der Bundesregierung gestellt werden. Zentrales Fundament bleibt eine erfolgreiche Energiewende mit einem weiterhin starken Ausbau der erneuerbaren Energien, den dafür erforderlichen Speicher- und Netzinfrastrukturen und der Elektrifizierung im Verkehr und in den Gebäuden sowie ein gezielter Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft.“
Neben den Emissionsdaten 2025 veröffentlicht das UBA mit den Projektionsdaten 2026 die Treibhausgasprojektion für die kommenden Jahre. Die bis November 2025 implementierten klimapolitischen Instrumente reichen jedoch nur aus, um die Emissionen bis 2030 um 62,6 Prozent zu reduzieren. Im Vergleich mit den Projektionsdaten 2025 ist die sektorübergreifende Übererfüllung deutlich gesunken und der bislang bestehende Puffer in Höhe von rund 81 Millionen Tonnen CO2eq nahezu aufgebraucht.
Mit Blick auf die Verpflichtungen aus der EU-Klimaschutzverordnung (ESR) vergrößert sich die zwischen 2021 und 2030 kumulierte Gesamtlücke laut Projektion im Vergleich zum Vorjahr um 29 Millionen Tonnen auf 255 Millionen Tonnen CO2eq.
Sektorübergreifend und langfristig werden auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weitere Maßnahmenpakete erforderlich sein, um den Umbau der Volkswirtschaft zur Klimaneutralität erfolgreich zu vollenden. Auf Grundlage der bereits umgesetzten Maßnahmen wird bis zum Jahr 2040 eine Minderung um rund 80 Prozent gegenüber 1990 und bis zum Jahr 2045 um rund 83 Prozent erreicht.