2. PV-Gipfel: Photovoltaik-Strategie vorgelegt

vom 08.05.2023

Zum zweiten Mal hat das Bundeswirtschafts- und Klimaschutzministerium zu einem Photovoltaik-Gipfel geladen. Das Ergebnis kann sich auf den ersten Blick sehen lassen: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck legte eine umfassende Photovoltaik-Strategie vor. Das Ziel: Den PV-Zubau erheblich schneller erfolgen zu lassen.

Das BMWK listet dazu konkrete Maßnahmen in insgesamt elf Handlungsfeldern auf. Die nun vorgelegte PV-Strategie ist das Ergebnis des nach dem ersten PV-Gipfel im März angestoßenen Konsultationsprozesses. In dessen Rahmen gingen mehr als 600 Stellungnahmen ein.

Konkret sieht die PV-Strategie vor:

  • Ab 2026 sollen jährlich 11 Gigawatt Leistung aus PV-Freiflächenanlagen entstehen. Dafür sollen ausreichend Flächen ausgewiesen sowie Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigt werden. Innovative Konzepte wie Agri-PV sollen genutzt werden, um Flächenkonkurrenz vorzubeugen.
  • Auch bei den PV-Dachanlagen sollen jährlich 11 Gigawatt neue Leistung entstehen. Insbesondere soll es hier mehr Schub für größere Gebäudeanlagen im Gewerbe geben.
  • Die Dächer von Mehrfamilienhäusern sollen stärker als bisher für PV-Anlagen erschlossen werden. Hierzu soll es künftig ein neues Modell zur gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung geben. Zudem soll auch das länger schon bestehende Mieterstrommodell verbessert weren.
  • Balkon-PV soll einfacher genutzt werden können. Bürokratie soll hier möglichst entfallen.
  • Die Realisierung von Netzanschlüssen soll deutlich schneller und einfacher werden. Für grössere Dachanlagen soll etwa der Zertifizierungsprozess vereinfacht werden.
  • Um die Akzeptanz der Energiewende, speziell für mehr PV-Kapazitäten, zu steigern, sollen Möglichkeiten der Teilhabe gestärkt werden. Das betrifft finanzielle Beteiligungen der Kommunen, aber auch Regeln für die Bürgerenergie.
  • Steuerrechtliche Hürden sollen fallen, um den PV-Hochlauf nicht zu behindern. Das BMWK will sich bei der Gewerbe- und Erbschaftssteuer für Verbesserungen einsetzen.
  • In ganz Europa sollen industrielle Produktionskapazitäten aufgebaut werden, so dass die steigende Nachfrage durch europäische Produkte gedeckt werden kann.
  • Die Zahl der Fachkräfte soll gezielt erhöht werden. Unter anderem ist dafür vorgesehen, Ausbildungsangebote und Fortbildungen vermehrt anzubieten.
  • Die Technologieentwicklung soll entlang der gesamten Wertschöpfungskette vorangebracht werden. Dafür soll unter anderem das 8. Energieforschungsprogramm sorgen.
  • Der schnellere PV-Ausbau soll auch europäisch vorangetrieben werden.

Ein Teil dieses Maßnahmenpakets soll bereits im Rahmen des Solarpaket I noch vor der Sommerpause im Bundeskabinett besprochen werden.

Energy Sharing hat nun eine gesetzliche Grundlage.