ADAC: Ladeinfrastrukturdefizit in Mehrfamilienhäusern

vom 12.02.2024

Die Deutschen mäkeln ja viel herum an der E-Mobilität. Ein immer wiederkehrender Vorwurf ist dabei eine ungenügende Ladeinfrastruktur. Dieses Leiden an der Technik könnte nun wieder neue Nahrung erhalten. Denn wie eine ADAC-Umfrage zeigt, gibt es deutlichen Nachholbedarf beim Ausbau der Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern.

Eine Mehrheit (57 Prozent) der E-Autokäufer beklagt hier „Probleme innerhalb ihrer Hausgemeinschaft“ hinsichtlich der Installation von Ladelösungen. Organisatorische Herausforderungen sehen die Befragten bei der Auswahl der passenden Ladetechnik (56 Prozent), bei der Abstimmung mit der Eigentümergemeinschaft (33 Prozent) und bei der Suche eines geeigneten Elektrikers (24 Prozent).

Etwas weniger als die Hälfte (45 Prozent) wünscht sich, ohne die Eigentümergemeinschaft über den Einbau entscheiden zu können, zumal nur in den wenigsten Fällen Akteure vor Ort sich als hilfreich bei der Planung erwiesen hätten. Die Solarfachbetriebe stellten sich in der Umfrage als die kompetentesten Ansprechpartner heraus. 81 Prozent setzten auf Solarteure, gefolgt von Autohändlern (67 Prozent) und Elektrikern (57 Prozent). 

Für eine einfachere und schnellere Umsetzung sprachen sich zudem 22 Prozent der befragten E-Autofahrer für Komplettlösungen aus einer Hand aus. 

Wie der ADAC mitteilte, habe eine Befragung aus dem Sommer 2022 von 250 Immobilienfirmen und Hausverwaltungen mit über zehn Stellplätzen ergeben, dass nur 7 Prozent angaben, über Wallboxen beziehungsweise Ladesäulen zu verfügen, 11 Prozent verwiesen auf verfügbare, aber „weniger geeignete“ Steckdosen. 82 Prozent der Wohnobjekte sind weiterhin ohne Ladeinfrastruktur und könnten daher mit dem Hochlauf der Elektromobilität nicht Schritt halten. 

Der Bund arbeitet an einem Gesetz zu bidirektionalem Laden.