Das Sustainability Spotlight August hat erneut Entwicklungen thematisiert, die aktuelle Trends und Neuigkeiten im Bereich Nachhaltigkeit beleuchten:
Stand Umsetzung Omnibus-Pakete: Trotz politisch-parlamentarischer Sommerpause hat sich doch einiges getan. Zur CSRD wurden insgesamt 800 Änderungsvorschläge veröffentlicht. Das EU-Parlament muss hier bis Mitte Oktober einen Kompromiss finden, denn Ende Oktober ist bereits die JURI-Abstimmung angesetzt. Aktuell ist indes noch keine Einigung in Sicht.
Hinsichtlich CSDDD bekommen Unternehmen ein Jahr mehr Zeit. Die Größenkategorien 5.000 bzw. 3.000 Mitarbeiter und 1,5 Milliarden bzw. 900 Millionen Euro Umsatz werden erst ab 2028 betroffen sein. Der Fokus liegt auf Tier 1, es sei denn, es liegen plausible Informationen vor.
Auch ein Entwurf für ein CSRD-RUG wurde veröffentlicht. Hier hat sich an Neuem manifestiert eine 10-Prozent-Regelung für Aktivitäten.
ESRS: Es wurde ein ESRS-Entwurf veröffentlicht. Die Konsultationen laufen bis Ende September. Der VSME wurde parallel offiziell als freiwilliger Berichtsstandard von der EU-Kommission angenommen. Generell gibt es eine neue Struktur in der ESRS-Revision.
- Alle verpflichtenden Datenpunkte wurden geprüft und vereinfacht und werden im Standard deutlich hervorgehoben (Pflichtangaben).
- Unter den thematischen Standards werden in Kästen die obligatorischen methodischen Leitlinien (shall consider, may present) dargestellt (AR), sie werden nicht als separate Datenpunkte gezählt.
- Nicht obligatorische Anhänge wurden in Anbetracht ihrer Bedeutung ausnahmsweise im ESRS 1 beibehalten (AR16).
- Alle freiwilligen Datenpunkte wurden entweder komplett gestrichen oder in die Leitlinien verschoben. Ausnahmen sind vorhanden.
- Alle freiwilligen Angaben sind nun in einem separaten Dokument zu finden „Non Mandatory Illustrative Guidance (NMIG)“. Noch ist unklar, inwiefern die NMIGs in der Rechtslegung der EU berücksichtigt werden.
Die Pflichtangaben wurden um fast 60 Prozent reduziert. Freiwillige Angaben sind fast komplett getilgt worden: Von ursprünglich 273 Datenpunkten verbleiben 7. Insgesamt wurden 65 Prozent der Datenpunkte gestrichen.
CSRD-Umsetzungsgesetz: Es gibt einen neuen Referentenentwurf. Dieser will eine Umsetzung der CSRD inkl. einzelner Änderungen durch die Omnibus-Vorschläge voranbringen. Vorschriften zur Umsetzung der Stop-the-Clock-Richtlinie sind enthalten. Die neuen Größenkriterien für berichtspflichtige Unternehmen sollen angewendet werden. Das LkSG wird nicht mehr erwähnt. Insgesamt geht es um Änderungen von 33 Gesetzen.
Viele haben auf ein neues LkSG gewartet, ein Entwurf sollte wohl von BMAS und BAFA Ende Juli veröffentlicht werden, bis die CSDDD in ein Gesetz zur Unternehmensverantwortung umgesetzt ist. Bisher ist aber noch nichts erschienen. Bis keine Änderungen veröffentlich werden, gilt damit das LkSG weiter.
EU-Taxonomie: Es soll ein Wesentlichkeitsgrundsatz für zu berichtende Aktivitäten greifen. Die Konformitätsprüfung soll dann optional sein, wenn die kumulierte Wirtschaftstätigkeit weniger als 10 Prozent der Gesamt-Umsatzerlöse, -CapEx und -OpEx ausmachen. Die Berichtsvorlagen werden vereinfacht: Es wird eine Vorlage für zusammengefasste Informationen geben sowie eine Vereinfachung der Meldebögen zur Berichterstattung je Aktivität. Auch die DNSH-Kriterien werden geändert über Anhang C der Delegierten Verordnung zu Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel zum Thema Umweltverschmutzung. Die überarbeitete delegierten Verordnung zur Taxonomie-Berichterstattung soll am 01.01.2026 in Kraft treten.
Weitere Themen:
- Auswirkungen der laufenden Diskussionen auf den Bereich Energieeffizienz bzw. Energiemanagement
- Neuer Vorschlag der EU zum Klimaziel 2040
- Studie des Umweltbundesamts zeigt: EE-Ausbau führt zur Verbesserung des Zustands des Wasserhaushalts
- Green Claims Directive entfällt voraussichtlich
Das nächste Sustainability Spotlight findet am 03. September 2025 statt.