ASEW-Sustainability Spotlight Februar 2025

vom 05.02.2025

Das erste Spotlight im Jahr 2025 hat wieder viele Themen besprochen, die aktuelle Entwicklungen im Bereich der Nachhaltigkeit beleuchten:

CSRD-UmsG: Deutschland hat die Frist zur Umsetzung der CSRD in nationales Recht (06. Juli 2024) verstreichen lassen. Gleichwohl es die Zusicherung gibt, die Umsetzung noch in der laufenden Legislaturperiode zu vollziehen, ist dies aufgrund der vorgezogenen Wahlen eher unwahrscheinlich. Seit dem 26. September vergangenen Jahres läuft deshalb auch ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesrepublik. Auswirkungen hat indes auch die Situation der Wirtschaft. So werden die Rufe nach weniger Bürokratie immer lauter. Die EU hat hier mit dem Omnibus-Verfahren reagiert. Ziel ist, einen Bürokratie-Abbau für Berichtspflichten innerhalb der EU zu erreichen. In einem offenen Brief an die EU-Kommission forderte die Bundesregierung am 17. Dezember (etwas später von Frankreich in ähnlicher Form gestützt), die CSRD-Geltung um zwei Jahre zu verschieben, den Adressatenkreis durch Erhöhung der Schwellenwerte zu begrenzen und durch eine Einkürzung der ESRS eine Komplexitätsreduktion zu erreichen. 

Das alles hat Auswirkungen auf die berichtspflichtigen Unternehmen: Da es bis dato keine gültige Gesetzesgrundlage gibt, sind auch die ESRS-konformen Berichte ausgesetzt. Wie sich das Omnibus-Verfahren auswirken wird, ist noch nicht gänzlich absehbar. 

In der Diskussion zeigte sich, dass Stadtwerke deutlich zu einem „Augen zu und durch“ tendieren. Auch wenn Ressourcen und Arbeitskräfte knapp sind, helfe eine Verschiebung eher nicht. Zumal hier auch Risiken bestehen: Setzt sich diese Linie durch, könnte das Auswirkungen auf weitere Ansätze auf EU-Ebene haben und zu einer Art Trend zum Aufschieben führen. Das könnte zudem auch die Glaubwürdigkeit der EU als Ganzes beschädigen. 

Competitive Compass der EU: Am 29. Januar veröffentlichte die EU ihre Vorstellungen, wie die EU weiterhin attraktiv für Investitionen bleiben kann. Ein zentraler Punkt dabei ist das Bestreben, regulatorische und administrative Belastungen abzubauen. Konkret sind Quoten vorgesehen: Für Unternehmen soll die Belastung um ein Viertel, für KMU um 35 Prozent sinken. Neue/mehr Pflichten für kleine Unternehmen sollen durch die Wertschöpfungskette vermieden werden. Auch soll eine neue Unternehmensklasse „small mid-caps“ definiert werden. Diese sollen größer als KMU aber kleiner als Großunternehmen sein. 

Das Deutsches Rechnungslegungs Standards Committee e. V. (DRSC) hat Ende Januar fünf konkrete Maßnahmen vorgeschlagen:

  • Einführung von Schwellenwerten für „Mid-Cap“-Unternehmen 
  • Kapazitätsprüfung und Abstufungen für „kleinere“ große haftungsbeschränkte Unternehmen 
  • Verbesserungen und Erleichterungen des Set 1 durch Prüfauftrag der EFRAG
  • Vorübergehende Aussetzung der Erarbeitung der sektorspezifischen Standards
  • Planungssicherheit für Unternehmen und damit Verschiebung der zweiten Kohorte um mindestens ein Jahr

Global Risk Report: Laut dem Global Risk Report stellen Umweltrisiken fünf der zehn größten Risiken im nächsten Jahrzehnt dar. Hinter dem Punkt Desinformation rangieren Extremwetterereignisse dabei in der Kurzfrist-Sicht (zwei Jahre) auf Rang 2. Es folgen mit Abstand Umweltverschmutzung, kritische Änderungen im Erdsystem, Verlust der Biodiversität und Mangel bei Umweltressourcen. 

Weitere Themen: 

  • Entwicklung der deutschen Wälder: Klimaschäden machen diese vermehrt zu Kohlenstoffquellen
  • DNK hat Unterstützungsmaterialien zur Erstellung des CSRD-Berichts veröffentlicht 
  • ebenso EFRAG ein Mapping mit Synergien zwischen EMAS und ESRS

Das nächste Sustainability Spotlight findet am 05. März 2025 statt. 

 

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