Die Hoffnung der Atom-Fans auf eine stärkere Rolle der Atomenergie im weltweiten Energiemix hat sich auch 2025 nicht bewahrheitet. Gemäß den Zahlen des European Electricity Review 2026 des Beratungsunternehmens Ember etwa stammten EU-weit 23,4 Prozent der EU-weiten Stromproduktion aus Atomenergie (Erneuerbare: 47,7 Prozent).
Vermutlich dürfte sich das Verhältnis in den nächsten Jahren aber noch weiter Richtung grüner Energiequellen verschieben – wenn die EU sich nicht vom weltweiten Trend abkoppelt. Denn laut dem World Nuclear Industry Status Report 2025 nahm die Zahl der weltweit im Einsatz befindlichen Atomkraftwerke weiter ab. Nur vier Neubauten gab es im zurückliegenden Jahr, vom Netz gingen sieben Reaktoren.
Allerdings blieb die Erzeugungsleistung weitgehend stabil. Mit Taiwan folgte ein Land dem deutschen Beispiel und stieg durch Stilllegung seines einzigen Atomkraftwerks aus der Atomkraftnutzung aus.
Die vier Neubauten liefern eine Leistung von 4.400 Megawatt. Die stillgelegten älteren Anlagen erbrachten kumuliert 2.800 Megawatt.
Zum Stichtag 1. Januar 2026 waren weltweit 404 Atomreaktoren in Betrieb. Die globale Betriebskapazität – definiert als installierte Leistung abzüglich von Anlagen im langfristigen Stillstand – lag bei 369.000 Megawatt und blieb damit nahezu unverändert.
In der Europäischen Union sank die Zahl der betriebenen Reaktoren auf 98. Neubauten gibt es dort derzeit nur einen. Der einzige Reaktor im Bau ist Mochovce 4 in der Slowakei, dessen Bau ursprünglich 1985 begonnen wurde. Auf dem gesamten amerikanischen Kontinent befindet sich derzeit kein kommerzieller Atomreaktor im Bau.
Weltweit waren Anfang 2026 insgesamt 66 Reaktoren in elf Ländern im Bau. Mehr als die Hälfte davon wird in China realisiert, das 36 Reaktoren gleichzeitig errichtet. Von den 66 Reaktoren werden 63 entweder in Staaten mit Kernwaffenstatus gebaut oder von Unternehmen realisiert, die von solchen Staaten kontrolliert werden.