Atomenergie vor neuem Hoch

vom 17.01.2025

Laut einem Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) wird die Stromerzeugung aus Atomenergie im Jahr 2025 mit einem Anteil von fast 10 Prozent an der weltweiten Energieproduktion einen historischen Höchststand erreichen. Der Anstieg werde insbesondere durch die Nachfrage nach Energie zur Unterstützung von Technologien wie künstlicher Intelligenz und Rechenzentren getrieben. 

Laut IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol gebe es „viele Anzeichen dafür, dass wir in eine neue Ära der Kernenergie eintreten“. Diese erlebe aktuell ein „starke[s] Comeback, mit steigenden Investitionen, neuen technologischen Fortschritten und unterstützenden politischen Maßnahmen in mehr als 40 Ländern“. Das Interesse an der Technik sei auf dem höchsten Stand seit den Ölpreiskrisen der Siebzigerjahre. 

Wichtigster Treiber der Entwicklung sei China. Von den 63 Reaktoren, die Ende 2024 weltweit im Bau waren, entfällt laut IEA rund die Hälfte auf die Volksrepublik China. Das Land habe schon heute den drittgrößten Kernkraftwerkspark mit einem Durchschnittsalter von neun Jahren, während es in den USA und Frankreich rund 40 Jahre sind. Birol erwartet, dass die Chinesen ihr rasantes Ausbautempo beibehalten. Schon in fünf Jahren werden sie nach seiner Prognose den größten Kernkraftwerkspark der Welt haben. 

Auch Russland spiele eine wichtige Rolle. Fast die Hälfte der jüngsten Bauprojekte erfolgen laut IEA mit russischem Design, zudem vereint Russland etwa 40 Prozent der globalen Produktion und Anreicherung von Uran auf sich. Birol sieht diese Marktmacht kritisch und rät zu einer größeren Diversifizierung der Lieferketten.