Als wichtiges Netzwerkelement agieren innerhalb der ASEW mehr als zwei Dutzend thematische Arbeitskreise. Diese befassen sich regelmäßig auch mit Themen, die das gesamte Netzwerk betreffen.
Diesmal im Fokus: der Arbeitskreis Regional- & Ökostromprodukte.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Arbeitskreises diskutierten intensiv über die Integration von erneuerbaren Energien ins eigene Portfolio. Hier ist vor allem eine verlässliche Prognose ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt. Da erneuerbare Energien in räumlicher Nähe produziert werden, lässt sich die Wetterlage eigentlich sehr gut voraussagen. Bei größeren Anlagenvolumina gibt es den Vorteil, dass die Prognose über die Portfoliogröße genauer wird.
Weiterhin gestaltet sich die Wirtschaftlichkeit von erneuerbaren Energien außerhalb der EEG-Vergütung nur in Hochpreisphasen als wirklich sicher. Das ist jedoch herausfordernd für Fremdkapitalgeber. Bereits die Integration kleiner Post-EEG-Anlagen ist schwierig im Bilanzkreis darstellbar (Messtechnik, Prognose). Es bleibt fraglich, ob Geschäftskunden die Regel- und Ausgleichsenergie bei nicht präziser Vorhersage des Strombezugs aufgrund von schlechter Prognose von eigener erneuerbarer Erzeugung in Rechnung gestellt werden kann. Somit ist es verstäkt notwendig, auf Dienstleister zurückzugreifen, die den Intraday-Markt-Handel übernehmen. Es entspann sich unter anderem eine Diskussion, ob man Dienstleister die Mengen glätten lässt, um diese dann wieder in den eigenen Fahrplan übernehmen zu können. Allerdings wurde rasch klar, dass man den Aufwand der Integration nicht unterschätzen sollte.
Die offene Austauschrunde förderte einige Herausforderungen zu Tage. So macht die 100prozentige Vergrünung des Portfolios ein wenig Sorgen. Der starke Preisanstieg bei HKN bei gleichzeitig geringerem Interesse an Ökostromlieferung ist hier eine nicht zu verachtende Hürde. Nach wie vor bereitet auch Regionalstrom immer wieder viel Arbeit. Wenn mit Energie von regionalen Anlagen geworben wird, können Preise schwerlich verhandelt werden. Fragen gab es auch zur Zukunft des Wärmesegments. Wie wird der Ersatz der bisherigen Cashcow Erdgas aussehen? Viel beschäftigt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Arbeitskreises auch die angekündigte Verlängerung der Energiepreisbremsen und die Umsetzung des Industriestrompreises. Diskutiert wurde auch eine Klage gegen den Drogeriemarkt dm wegen Verwendung des Begriffs „klimaneutral“. Hat das Auswirkungen auf die Stadtwerkewelt? Zu registrieren ist aktuell ein zunehmender Wettbewerb in der Spot-Markt-Beschaffung. Naturgemäß diskutierten die Arbeitskreisler auch das Schutzschirmverfahren bzw. die während der Sitzung noch nicht eingereichte Insolvenz von bmp greengas.
Bei Fragen zu den behandelten Themen oder dem Arbeitskreis wenden Sie sich gerne an Patrick Niehaves.