Als wichtiges Netzwerkelement agieren innerhalb der ASEW mehr als zwei Dutzend thematische Arbeitskreise. Diese befassen sich regelmäßig auch mit Themen, die das gesamte Netzwerk betreffen.
Diesmal im Fokus: der Arbeitskreis Energiedienstleistungen.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten unter anderem, wie Stadtwerke auf Angebote von 1KOMMA5 und Co. zu kompletten Energiesystemen inkl. Management für Privatkunden reagieren. Hier stellen heterogene und separat verlaufende Entwicklungen der EDL-Themen oftmals die größte Herausforderung für einen „ganzheitlichen“ Auftritt dar. Gerade in Bezug auf Home Energy Management-Systeme (HEMS) zeigen Wirtschaftlichkeit und Funktionalität aktuell, dass dies für Stadtwerke eher wenig interessant ist. Vor allem eine eigenständige Entwicklung ist hier aufgrund hoher Entwicklungskosten schwer vorstellbar.
Hinsichtlich der Kommunikation zur Kommunalen Wärmeplanung stellt sich unter anderem die Frage, wer die Endkunden auf die Kosten der erneuerbaren Wärmeversorgung vorbereitet. Bisher ist dazu zumindest unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern kein Kommunikationskonzept vorhanden. Die Kosten spielen aber in der aktuellen politischen Diskussion noch keine Rolle. Sollen Wärmenetze also um jeden Preis durchgesetzt werden? Dies ist wohl auch abhängig von der politischen Lage vor Ort. Es stellt sich letztlich in jedem Fall die Frage: Was kostet ein Meter Fernwärme?
Der Arbeitskreis diskutierte auch das Thema Kostenneutralität im Contracting. Hier steht die Frage im Raum, was die Sanktionsmechanismen bei fehlendem oder falschem Kostenneutralitätsvergleich sind. Im Arbeitskreis wurde die Vermutung in den Raum gestellt, dass die Anzahl der kritischen Fälle ab 2024 deutlich steigen wird.
Hinsichtlich der verpflichtenden Energieberatung beim Einbau von Gasheizkesseln ab dem 01.01.2024 zeigt sich das Bild, dass einige Stadtwerke keine Gaskessel mehr anbieten. Wie aber sieht die Energieberatung konkret aus, wenn man doch noch Gaskessel anbietet? Einige Stadtwerke wollen sich die verpflichtende Energieberatung vom Kunden schriftlich bestätigen lassen, um für alle etwaige Entwicklungen abgesichert zu sein. Wie sieht es mit der Umsetzung der Wasserstofffähigkeit ab 2029 aus? Technisch ist diese möglich, aber ist Wasserstoff dann für Privathaushalte auch verfügbar? Allgemein herrschte die Einschätzung vor, dass Wasserstoff nicht bei Privatkunden ankommen werde.
Bei Fragen zu den behandelten Themen oder dem Arbeitskreis wenden Sie sich gerne an Christoph Landeck.