Auch in Deutschland kommt die Elektromobilität gut voran. Wie das Bundesumweltministerium Anfang des Monats mitteilte, wurde bis Ende Juli die Marke von einer Million Elektrofahrzeugen überschritten. Ein kritischer Blick auf die Zulassungszahlen verrätt indes, dass diese Zahl streng genommen erst Ende August erreicht wird – und nur unter Einrechnung der Plug-In-Hybride überhaupt zustandekommt. Nach der Statistik des Kraftfahrtbundesamtes waren am 01. August 2021 insgesamt 483.263 E-Autos und 473.586 Plug-In-Hybride, zusammen 960.849, in Deutschland zugelassen.
Die steigende Zahl an E-Autos macht es nötig, dass Lösungen für den Umgang mit dem Kernelement der Elektromobilität erarbeitet werden: Was passiert mit den vielen Akkus, wenn sie aufgrund gesunkener Ladeleistung nicht mehr für den Einsatz im E-Auto taugen? Dies ist umso nötiger, als die Akkus seltene oder teure Metalle wie Lithium und Kobalt enthalten.
Mehrere US-Unternehmen befassen sich bereits mit dieser Herausforderung. In Europa ist vor allem Volkswagen an einer Lösung gelegen. Die Problematik korrespondiert mit den kürzlich erst bekanntgegebenen Plänen, nicht nur künftig voll auf E-Mobilität zu setzen, sondern mit den Bau von gleich sechs Gigafabriken für Akkus bei der Belieferung mit diesem essenziellen Bauteil autark zu werden. Das Batterierecycling folgt auch aus einem streng wirtschaftlichen Argument: Rohstoffe einzukaufen wird immer teurer! Allein der Preis für Lithium, nötig als Bestandteil des Elektrolyts in Lithium-Ionen-Akkus, hat sich seit 2017 vervierfacht, Kobalt ist seitdem 70 Prozent, Nickel etwa 60 Prozent teurer geworden.
Im Februar eröffnete VW eine erste Pilotanlage für Batterie-Recycling in Salzgitter. Mit an Bord ist der chinesische Partner Gotion High-Tech, ein Batteriehersteller aus Hefei. VW hatte sich 2020 dort als Großaktionär eingekauft. Gotion High-Tech soll auch die Akkus für künftige VW-Autos entwickeln.
Wie groß das Potenzial für Recycling-Anwendungen ist, zeigt eine Studie des China Automotive Technology and Research Center (CATARC). Danach werden allein in China 2025 780.000 Tonnen Altbatterien als Rohstoff bereitstehen.