Der Fachverband Biogas ist besorgt: Immer mehr Biogasanlagen werden 20 Jahre alt und fallen damit aus der staatlichen Förderung. Damit stehen viele Betreiber vor dem Aus. Zwar habe der Bund ein Nachfolge-Förderprogramm aufgelegt, das sei aber stark begrenzt.
Verbandspräsident Horst Seide brachte es auf einer Pressekonferenz auf den Punkt: Die Zukunft der Biogasnutzung in Deutschland entscheide sich jetzt. Denn mit der Kraftwerksstrategie, der Nationalen Biomassestrategie (NaBiS) und vor allem der nächsten Biomasse-Ausschreibung würden die Weichen für den Fortbestand des Biogasanlagen-Parks gestellt. Noch gebe es knapp 10.000 Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 6 Gigawatt, die pro Jahr über 33 Terawattstunden Strom erzeugen. Das sei circa 6 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland!
Für hunderte Anlagen endet der EEG-Vergütungszeitraum in den nächsten Jahren – und die Ausschreibungsrunden für eine Anschlussvergütung waren zuletzt dreifach überzeichnet. Eine Verdopplung der aktuellen Leistung von 6 auf 12 Gigawatt bis 2030 wäre problemlos möglich. Das würde auch den Bau neuer Gaskraftwerke überflüssig machen.
Der Verband fordert von der Politik ein klares Signal, dass man hinter den Möglichkeiten der Biogasanlagen stehe. So müsse etwa, um das vorhandene Potenzial zu nutzen, das Ausschreibungsvolumen auf 900 Megawatt pro Ausschreibungsrunde erhöht und der Flexzuschlag auf 120 Euro pro Kilowatt Leistung und Jahr angehoben werden. Bis 2040 ließe sich die Biogas-Leistung sogar auf 24 Gigawatt erhöhen.