Die Hallertau ist vor allem für eines bekannt: Mit gut 2.400 Quadratkilometern ist sie das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt. Wo anders könnte sie liegen als in Bayern?
Doch Ende Juli machte diese besondere Kulturlandschaft eher ungute Schlagzeilen: Ein Stromausfall in zahlreichen Gemeinden sorgte bei tausenden Haushalten dafür, dass sich die Bewohner in ihre Ahnen hineinversetzen konnten. Es war ein klassischer Blackout. Das Handynetz brach weitgehend zusammen. Die Ursache: Ein Brand in einem Umspannwerk.
So ärgerlich dieser Vorfall war, könnten sich daraus doch Lehren für ganz Deutschland ziehen lassen. Denn die betroffenen Kommunen waren offenbar nicht unbedingt gut auf einen solchen Fall vorbereitet.
- So war die örtliche Feuerwehr während des Brandes nicht erreichbar, weil sie noch auf das Handynetz angewiesen war. Wie der Merkur berichtete, seien viele Ortsfeuerwehren noch nicht auf digitale Pager umgerüstet.
- Viele Sirenen seien noch abhängig vom Stromnetz. Somit konnten nicht alle Helfer auch alarmiert werden.
- Rolle von „Leuchttürmen“: Während des Blackouts fungierten die Feuerwehrgerätehäuser als zentrale Anlaufstellen. Aber anscheinend erreichte diese Information die Bevölkerung kaum. Solche „Leuchttürme“ sind mit roten Schildern, die einen weißen Leuchtturm, die Abkürzung NiP für Notfall-Infopunkt und vier Personen zeigen, markiert. Hier gibt es eine Notstromversorgung, Funkverbindung, Notrufweiterleitung und weitere Hilfe für die Bevölkerung.
Die Krisenvorsorge gewinnt auch in Deutschland, das mit durchschnittlich 12,8 Minuten Stromausfall pro Kunde und Jahr einen der weltweit niedrigsten sogenannten Saidi-Werte aufweist, an Bedeutung. Zum Thema gehören die Kommunikation über Satelliten-Verbindungen für Gemeinden und Notfallkräfte, Warn-Apps wie NINA, Sirenen und Dach-Lautsprecher auf Fahrzeugen. Eine große Herausforderung ist auch die Versorgung von ambulant gepflegten Personen, die auf Geräte mit Stromanschluss angewiesen sind.
Laut dem hessischen Innenminister Roman Poseck sei die „Gefahr eines großflächigen, länger andauernden Stromausfalls […] keine abstrakte Bedrohung mehr“. Auslöser könnte ein Extremwetterereignis, eine technische Störung, Sabotage oder eine Cyberattacke sein. „Unsere moderne, hochvernetzte Gesellschaft ist verletzlich, die Stromversorgung ist unser Lebensnerv“. Entscheidend sei, in den ersten 24 Stunden schnell zu handeln.