Die überwiegende Mehrheit der Deutschen spürt die negativen Folgen des Klimawandels bereits deutlich. Sie hält deshalb Anpassungsmaßnahmen für erforderlich. Das geht aus der Umweltbewusstseinsstudie 2022 des Umweltbundesamtes und des Bundesumweltministeriums (BMUV) hervor. Der Schutz von Umwelt und Klima bleibt weiterhin ein wichtiges Thema für die Menschen in Deutschland.
Danach machen die Klimawandelfolgen, die hierzulande bereits spürbar sind, den Menschen große Sorgen. 85 Prozent der Befragten nehmen jetzt schon sehr starke oder starke Auswirkungen des Klimawandels wahr. Entsprechend hoch ist der Stellenwert von Anpassungs- und Schutzmaßnahmen: Gut zwei Drittel der Befragten sehen es als sehr wichtig an, Wälder zu Mischwäldern umzubauen, die mit Dürren besser zurechtkommen. Auch gesundheitliche Auswirkungen haben gefühlt zugenommen: Sagten 2016 noch 59 Prozent der Befragten, dass die Klimafolgen ihrer Gesundheit äußerst stark oder stark schaden können, sind es jetzt bereits 73 Prozent.
Bundesumweltministerin Steffi Lemke zufolge habe die Bundesregierung Schlüsse gezogen und gehandelt. So habe sie das erste bundesweite Klimaanpassungsgesetz auf den Weg gebracht. „Mit dem Nationalen Hitzeschutzplan, der Wasserstrategie und dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz gibt es drei weitere Bausteine, die uns helfen, die negativen Folgen der Klimakrise für Mensch und Umwelt zu mildern.“
Umweltpolitisch steht für die Befragten das Thema Plastikmüll ganz oben. 75 Prozent halten die Verringerung von Plastikmüll in der Natur für eine zentrale Aufgabe der Politik. 72 Prozent finden es zudem sehr wichtig, die Kreislaufwirtschaft zu fördern.
Beim Schwerpunktthema der Studie, dem umwelt- und klimafreundlichen Umbau der deutschen Wirtschaft, zeigt sich, dass 91 Prozent der Befragten dieses Ziel unterstützt. Laut dem UBA-Präsidenten Dirk Messner sei die Dekarbonisierung der Wirtschaft unerlässlich, „wenn wir die Klimaschutzziele einhalten und unseren Beitrag dazu leisten wollen, einen gefährlichen Klimawandel jenseits der Zwei-Grad-Grenze zu verhindern.“