Deutschland hat sich als Ziel gesetzt, bis 2045 weitgehend auf fossile Brennstoffe zu verzichten. Das schließt natürlich auch Erdgas ein – und hat Auswirkungen auf die bestehende, aufwendige Infrastruktur. Das Bundeswirtschaftsministerium rechnet deshalb auch mit einer deutlichen Verkleinerung des bestehenden Gasverteilnetzes.
In einer Ausarbeitung dazu heißt es: „Bis dahin muss der Ausstieg aus fossilem Erdgas vollzogen worden sein“. Gasverteilernetze für die bisherige Erdgasversorgung würden dann in der derzeitigen Form und dem aktuellen Umfang nicht mehr benötigt. Unter anderem müsse rechtzeitig geklärt werden, wie ein weiterer Ausbau zur Erdgasversorgung vermieden werden könne und „unter welchen Voraussetzungen bestehende Gasnetzanschlüsse getrennt und zurückgebaut werden dürfen“.
Gasverteilernetze dienten vorrangig der Versorgung mit Erdgas zur Wärmeerzeugung in Haushalten, von Industrieunternehmen und anderen Unternehmen sowie lokalen Kraftwerken. „In welchem Umfang diese Gasverteilernetze nach dem Jahr 2045 noch benötigt werden, wird unter anderem davon abhängen, inwieweit sie zur Verteilung von Wasserstoff verwendet werden können und sollen.“ Dies sei durch teils aufwendige Veränderungen möglich. „Entsprechend ist davon auszugehen, dass die Länge der Gasverteilernetze von derzeit über 500.000 km stark zurückgehen wird.“
Das BMWK geht davon aus, dass viele Kunden künftig durch Wärmenetze versorgt werden oder strombetriebene Wärmepumpen nutzen werden. Eine dezentrale Wasserstoffversorgung einzelner Haushalte erscheine derzeit wenig wahrscheinlich. Entscheidend sei, dass während der Umstellung „eine kontinuierliche, bezahlbare Energieversorgung der Endverbraucher“ gewährleistet bleibe.