Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat das sogenannte Wasserstoff-Kernnetz genehmigt. Allerdings wird es etwas kürzer sein, als von den Fernleitungsnetzbetreibern im Juli beantragt. Konkret sahen die Planungen, die Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck seinerzeit vorstellte, 9.040 Kilometer Leitungen vor. Die BNetzA kürzte rund 600 Kilometer aus der Planung. Wie der Bundeswirtschaftsminister betonte, seien aber alle Bundesländer an das konzipierte Netz angeschlossen.
Rund 300 Kilometer werden nicht Teil des Kernnetzes, weil sogenannte dritte Netzbetreiber keine Zustimmung für eine Einbeziehung ihrer Gasleitungen in das Wasserstoff-Kernnetz erteilt haben. Die anderen 300 Kilometer wurden nicht genehmigt, da diese Leitungen nach BNetzA-Ansicht überflüssig sind. Die BNetzA stützt sich dabei auf eine eigens erstellte strömungsmechanische Modellierung.
Die Planungen können nun in die Realität umgesetzt werden. Sie spiegeln aber in keinem Fall einen Endzustand wieder. Denn die BNetzA soll das Netz sukzessive weiterentwickeln. Im Rahmen der alle zwei Jahre stattfindenden Netzentwicklungsplanung für Gas und Wasserstoff könnten bei Bedarf Erweiterungen beschlossen werden.
Das Wasserstoff-Kernnetz wird voraussichtlich rund 18,9 Milliarden Euro kosten, die gestrichenen Leitungskilometer hätten weitere 800 Millionen Euro gekostet. Laut BNetzA-Präsident Klaus Müller werden sich die niedrigeren Kosten positiv auf die zu zahlenden Netzentgelte auswirken.
Bereits im kommenden Sommer soll der erste Wasserstoff durch das Kernnetz fließen. Dies wird durch die Umwidmung von Gasleitungen möglich. Insgesamt soll das Kernnetz aus 60 Prozent umgewidmeter Gasleitungen bestehen und bis 2032 nach und nach fertiggestellt werden.
Die Fernleitungsnetzbetreiber wollen 2032 eine Einspeiseleistung von 101 Gigawatt und eine Ausspeiseleistung von 87 Gigawatt ermöglichen. Laut dem stellvertretenden Vorsitzenden der Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Gas (FNB Gas), Ralph Bahke, könnten jährlich 278 Terawattstunden Wasserstoff transportiert werden, ein Drittel des jährlichen Erdgasverbrauchs.