Für den Transport des reichlich anfallenden grünen Windstroms von Nord nach Süd müssen in den nächsten Jahren Tausende Kilometer neuer Überland-Stromleitungen verlegt werden. Ein wesentlicher Teil ist als Erdkabel geplant. Darum entwickelte sich zuletzt eine lebhafte Diskussion. Viele Politiker sprechen sich vor allem wegen der höheren Kosten für Erdkabel mittlerweile für eine Rückkehr zu Freileitungen aus. Dem stellt sich nun die Bundesnetzagentur entgegen.
BNetzA-Präsident Klaus Müller sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Wir sollten jetzt Kurs halten“. Müller widersprach damit mehreren Ministerpräsidenten.
Vor anderthalb Jahren hätte man laut dem BNetzA-Chef mit so einer Entscheidung 16,5 Milliarden Euro einsparen können. Seitdem sei aber nach der geltenden Gesetzeslage mit Erdkabeln weiter geplant worden. Dabei sei man sehr gut vorangekommen. „Sollte die Politik jetzt doch noch einen Kurswechsel vollziehen, würde das zu einer signifikanten Verzögerung und folglich zu erheblichen Mehrkosten führen“.
Die BNetzA schätzt das Investitionsvolumen für den Ausbau der Übertragungsnetze bis 2045 auf rund 320 Milliarden Euro. Laut dem Bundeswirtschaftsministerium müssen rund 18.000 Kilometer an Netz verstärkt oder ausgebaut werden.