BNetzA will Netz-Eigenkapitalzins senken

vom 18.06.2021

Die Netzbetreiber im Strom- und Gasbereich müssen sich auf eine deutliche Senkung des Eigenkapitalzins einstellen. Das berichtet das Handelsblatt und beruft sich hierbei auf einen Brief, den der Präsident der Bundesnetzagentur Jochen Hohmann an die Mitglieder des BNetzA-Beirats geschrieben hat. Danach soll der Zins um über 2,3 Prozentpunkte auf 4,59 Prozent sinken.

Gegen die Änderung gibt es in der Branche erwartbar Widerstand. E.ON-Vorstand Thomas König sagte dem Handelsblatt, der weitere Netzausbau sei wichtig, um die Energiewende zu schaffen „und dabei Schlüsselindustrien in Deutschland [zu] halten oder sogar neue an[zu]siedeln“. Es gelte nun, die  Netze vorausschauend auszubauen. Langfristig hätte es volkswirtschaftlich fatale Folgen, wenn notwendige Investitionen ausblieben, sagte König.

Von der BNetzA selbst gab es eine rasche Reaktion. Sie kündigte an, dass sie das die Zinssätze betreffende Gutachten erst im Juli veröffentlichen werde. Natürlich werde dann auch der Markt Gelegenheit zur Stellungnahme erhalten. In jedem Fall sei „[e]ine Entscheidung zur Höhe des Eigenkapitalzinssatzes und insbesondere des sogenannten Wagniszuschlags […] noch nicht gefallen“.

Die Eigenkapitalzinssätze werden von der BNetzA immer für eine jeweils fünfjährige Regulierungsperiode fixiert. Auch in der aktuell laufenden Periode wurde der Zinssatz seinerzeit von 9,05 Prozent auf 6,9 Prozent gesenkt. Damals hatten Netzbetreiber gegen diese Senkung geklagt, der Bundesgerichtshof (BGH) entschied aber, dass die BNetzA rechtmäßig gehandelt hatte.