Braunkohlekraftwerke: Verluste ab 2024?

vom 22.09.2021

Der Kohleausstieg bis spätestens 2038 ist gesetzlich fixiert! Die betroffenen Betreiber von Braun- und Steinkohlekraftwerken, allen voran RWE und LEAG, erhalten dafür eine Entschädigung von insgesamt 1,75 Milliarden Euro. Das Beratungsunternehmen Energy Brainpool kritisierte das nun in einer Studie für Green Planet Energy als wirtschaftlich substanzlos!

Demnach hängt der Wert der Kraftwerke wesentlich davon ab, wie lange sie unter den aktuellen Bedingungen auch tatsächlich noch zu wirtschaftlich tragfähigen Bedingungen Strom produzieren können. Vor allem die ostdeutschen Braunkohlekraftwerke seien bei einem kontinuierlichen Ausbau von Photovoltaik und Windkraft sowie steigenden CO2-Preisen ab 2030 nicht mehr rentabel.

Steige der Preis für CO2-Emissionsrechte bis 2038 weiter auf ein realistisches Niveau von 105 Euro, so rutschten die drei ostdeutschen Kraftwerke schon ab 2024 ins Minus. Danach lasse sich ihr Kohlestrom nicht mehr gewinnbringend verkaufen. Laut dem Energy Brainpool-Analysten Michael Claußner liege der voraussichtliche Nettobarwert der Kraftwerke im Jahr 2030 dann bei null Euro. Laut Green Planet Energy-Vorstand Sönke Tangermann zeige das, dass die geplanten Entschädigungen für die Leag „wirtschaftlich nicht zu rechtfertigen [seien], sondern […] politisch ausgekungelt“ wurden. Der Bund müsse, wenn er den Klimaschutz ernst nehme, vom Betreiber angesichts der immer dramatischeren Klimakrise ein früheres Abschaltdatum einfordern.

Für seine Analyse hat Energy Brainpool die Erlöse am Strommarkt und die Betriebskosten für die Kraftwerke stundenscharf modelliert. Auf dieser Basis wurden dann verschiedene Szenarien für den Fortgang der Energiewende und der Klimapolitik berechnet. Selbst in Szenarien mit weniger stark steigenden CO2-Preisen und einer nicht so rasch voranschreitenden Energiewende blieben die ostdeutschen Braunkohle-Kraftwerke nur dann auch über 2030 hinaus wirtschaftlich, wenn der CO2-Preis langfristig auf Niveau der letzten Jahre stagniere oder der Zubau erneuerbarer Energien in den nächsten Jahren einbreche.

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