CCS: Bayern als Testgebiet

vom 24.07.2025

Bayern hat einen Aktionsplan für die Speicherung und Nutzung von CO2 vorgelegt. Damit will der Freistaat deutschlandweit vorangehen beim Thema CCU/CCS, sprich dem Abtrennen und Nutzen oder Speichern von CO2. Ziel ist, der eigenen Industrie Planungssicherheit zu verschaffen, was die Möglichkeiten der Dekarbonisierung angeht.

Gemäß dem bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger leisteten derzeit viele Unternehmen durch Umstellung auf Erneuerbare Energien oder die Nutzung von Wasserstoff einen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele. „Aber in einigen Sektoren sind die CO2-Emissionen prozessbedingt“.

Gemeint sind damit vor allem die bayerische Kalk-, Zement-, Mineralölindustrie und die Abfallwirtschaft mit Emissionen in Höhe von jährlich zwischen sieben und zehn Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.

Der „Aktionsplan CCU/CCS zum Carbon Management in Bayern“ umfasst 24 Seiten, auf denen 20 Maßnahmen gelistet sind, die bis Ende 2027 alle umgesetzt sein sollen. Diese stehen unter den übergeordneten Gesichtspunkten 

  1. Infrastrukturaufbau für CO₂-Transport und -Speicherung
  2. Effizientere und schnellere Genehmigungsverfahren
  3. Netzwerkbildung und zentraler Wissenstransfer 
  4. Förderung technologischer Entwicklung und gezielte Förderstrategie
  5. sowie Aufklärung und Dialog mit der Öffentlichkeit. 

Dass Bayern bei diesem umstrittenen Komplex vorprescht, hat möglicherweise hochgradig politische Gründe. Denn einem Endlager für atomare Abfälle verweigert man sich an der Isar konsequent. 

Bayern will für CCS als Testgebiet agieren.