CO2-Emissionen: Tourismus als Treiber

vom 11.12.2024

Die CO2-Emissionen der Welt müssen dringend weiter reduziert werden. Da diese Bemühungen schon eine ganze Zeit andauern, sind zumindest in den industrialisierten Ländern des Westens die berühmt-berüchtigten „low hanging fruits“ bereits geerntet. Der Blick muss nun anderen Bereichen gelten, etwa dem Tourismus. 

Wie die Studie einer internationalen Forschergruppe um Ya-Yen Sun von der australischen University of Queensland zeigt, ist der Treibhausgas-Ausstoß des Sektors von 2009 bis 2019 mehr als doppelt so schnell gestiegen wie der THG-Ausstoß der Weltwirtschaft. Die Studie ist im Fachjournal „Nature Communications“ erschienen. 

Hauptgrund dafür: eine wachsende Nachfrage. Zugleich sei aber die verwendete Transporttechnologie, etwa Flugzeuge, nur wenig effizienter geworden. Die mit Touristen verbundenen Emissionen erhöhten sich laut der Studie um 3,5 Prozent pro Jahr, während es bei der globalen Wirtschaft 1,5 Prozent waren.

Laut dem Studienleiter Sun sei ohne dringende Eingriffe in die globale Tourismusbranche ein jährlicher Anstieg der Emissionen von drei bis vier Prozent zu erwarten. Das bedeute eine Verdopplung alle 20 Jahre. Gemäß des Pariser Klimaabkommens müssten die THG-Emissionen des Sektors eigentlich jährlich um zehn Prozent sinken.

Im Untersuchungszeitraum stiegen die Emissionen von 3,7 auf 5,2 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente. Damit trug der Tourismus im Jahr 2019 ganze 8,8 Prozent zum weltweiten Treibhausgas-Ausstoß bei. Die Ausgaben für touristische Reisen stiegen in der Zeit von 3,5 auf 6 Billionen US-Dollar. 

Die größte CO2-Herausforderung im Tourismus sei der Flugverkehr. Die Wissenschaftler empfehlen daher eine Reduzierung von Langstreckenflügen. Gezielte Maßnahmen dazu könnten CO2-Steuern, Kohlenstoffbudgets und Verpflichtungen für alternative Kraftstoffe sein. 

Die USA wollen CO2 künftig als nicht mehr gefährlich einstufen.