Der CO2-Preis ist zentral, damit Deutschland das Ziel der Treibhausgas-Neutralität erreicht. Denn dieser verschafft dem Staat Einnahmen, um klimaschonend erzeugte Energie günstiger zu machen. Allerdings ist der CO2-Preis alleine zur Zielerreichung nicht ausreichend. Dies ist das Kernergebnis der „Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität“, an der die Deutsche Energie-Agentur (dena) fast siebzehn Monate lang gearbeitet hat. Demnach seien „[d]er CO2-Preis und die Ausgestaltung eines insgesamt auf Klimaneutralität ausgerichteten ökonomischen Rahmens und Marktdesigns […] das Fundament für das Erreichen der Klimaneutralität“.
Die Leitstudie ist das Ergebnis der Arbeit von „mehr als 70 Vertretern aus der Wirtschaft und 45 Mitgliedern aus Politik, Zivilgesellschaft, Wissenschaft“. Diese haben in der Studie bewertet, „wie schnell welche Technologien, Konzepte und Maßnahmen hochlaufen und wirken können, um zur Zielerreichung [THG-Neutralität bis 2045] beizutragen“. Ziel dabei: Der künftigen Bundesregierung eine „praxisorientierte Perspektive“ zu geben. dena-Chef Andreas Kuhlmann hat aber auch eine deutliche Forderung: Deutschland müsse „neuen Schwung holen in der Energie- und Klimapolitik“. In den vergangenen Jahren sei zu viel liegen geblieben.
Laut der Studie verschaffe ein CO2-Preis auf den Einsatz von fossilen Brennstoffen in allen Sektoren dem Staat Einnahmen, mit denen er sowohl erneuerbaren Strom billiger machen, als auch soziale Härten für Bürger ausgleichen könne. Dieser marktwirtschaftliche Ansatz sei der günstigste Weg, damit Deutschland 2045 praktisch keine Treibhausgase mehr ausstoße. In diesem Jahrzehnt müssten dafür jedoch die entscheidenden Weichen gestellt werden. Dazu müsse die Bundesregierung auf vier Säulen setzen: mehr Energieeffizienz, die direkte Nutzung von erneuerbaren Energien, synthetische Kraftstoffe mit Einsatz von Wasserstoff sowie CO2-Reduktion.