COP28: Schwierige Verhandlungen in Dubai

vom 30.11.2023

In Dubai tagen aktuell noch die Delegierten der Weltklimakonferenz COP 28. Mit rund 70.000 Teilnehmern ist es die bislang größte dieser Konferenzen.

Zur Eröffnung gab UN-Generalsekretär Antonio Guterres mahnende Worte mit in die Verhandlungen: Mit der fossilen Energiewirtschaft habe die Menschheit „das Tor zur Hölle“ geöffnet. Es sei dringend geboten, es wieder zu schließen.

Der Befund im Vorfeld ist auch durchaus nicht sehr positiv: Es herrscht Einigkeit, dass sich die Welt nicht auf dem Weg zu dem 2005 in Paris verkündeten Ziel befindet, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Selbst wenn die 198 Vertragsstaaten ihre Verpflichtungen, die sogenannten NDC, ganz erfüllen, würde die Durchschnittstemperatur des Planeten bis zum Ende des Jahrhunderts um mindestens 2,4 Grad steigen, wahrscheinlich sogar um fast 3 Grad.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die Rückkehr auf den Weg zum 1,5-Grad-Ziel zum wichtigsten Ziel erklärt, das die EU in Dubai erreichen will. Dafür will sich von der Leyen namens der 27 EU-Mitgliedsstaaten einsetzen, dass die Leistung der erneuerbaren Energien bis 2030 auf 11 Petawatt verdreifacht und das Wachstum der Energieeffizienz von heute 2 auf 4 Prozent pro Jahr verdoppelt wird.

Der erste Gipfeltag immerhin startete bereits mit einem wichtigen Ergebnis. Dank einer Übereinkunft zwischen Deutschland und dem Gastgeber, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), wurde die Arbeitsfähigkeit des vor einem Jahr vereinbarten Fonds für klimabedingte Schäden hergestellt. Beide Staaten zahlten je 91 Millionen Euro in den Fonds ein. Auch Großbritannien kündigte eine Einzahlung an. Aus dem neuen Fonds sollen etwa nach Unwettern oder langen Dürren Hilfsgelder an die betroffenen, meist armen, Staaten gezahlt werden. Einzahlen sollen alle Staaten laut einem vorläufigen Kompromissvorschlag aber nur auf freiwilliger Basis, auch eine konkrete Summe wurde bisher nicht verabredet.

Weiterhin kritisch sehen vor allem Umwelt- und Klimaschützer den COP-Präsidenten Sultan Ahmad Al Jaber. Er ist Industrieminister der VAE und zugleich Chef der Abu Dhabi Ölgesellschaft (Adnoc). Zugutehalten muss man dem COP-Präsidenten indes, dass er ein durchaus erfahrener Klimapolitiker ist. Er gilt als Initiator des Masdar-Projektes, einer Stadt, die völlig ohne fossile Energie auskommen soll. Auch war er an der Gründung der Internationalen Agentur für erneuerbare Energien (Irena) beteiligt.

Parallel fand sich auch eine Gruppe von 20 Staaten zusammen, die im Sinne des Klimaschutzes ihre Aktivitäten im Bereich der Atomenergie deutlich ausbauen wollen. Bis zum Jahr 2050 sollten die Produktionskapazitäten aus Atomenergie verdreifacht werden. Unter anderem gehören dieser Gruppe Frankreich, die USA, Kanada, Japan und Großbritannien an.

Die COP28 ist gestartet