Eigentlich hatte das Findungsgremium für die Führung der Deutschen Energieagentur (dena) sich bereits auf Michael Schäfer als neuen dena-Chef verständigt. Rasch kamen aber Zweifel auf, ob diese Wahl ohne Interessenkonflikte der Beteilgten, konkret: des Staatssekretärs im BMWK Dr. Patrick Graichen, abgelaufen ist. So war nur folgerichtig, dass die dena die Stelle nun erneut ausschreiben wird.
Wie verlautete, solle dafür unter anderem die Findungskommission breiter aufgestellt werden. Sie soll zudem fortlaufend sicherstellen, dass bei ihren Mitgliedern „keine tatsächlichen oder potenziellen Interessenkonflikte jedweder Art bestehen“. Der Aufsichtsrat habe sich entschieden, die Position neu auszuschreiben, um „die Besorgnis der Befangenheit auszuräumen“.
Wie der dena-Aufsichtsratsvorsitzende Stefan Wenzel einräumte, bedauere man die aktuelle Entwicklung sehr, sehe aber nach eingehender Beratung keine Alternative zur Neuaufsetzung des Verfahrens. Damit sei ein klarer Schnitt getan.
Hintergrund: Der Vorschlag, Michael Schäfer als neuen Geschäftsführer der dena einzusetzen, wurde medial heftig kritisiert, nachdem sich eine enge Verbindung zum Wirtschaftsstaatssekretär und zugleich Mitglied der Findungskommission Dr. Patrick Graichen herausstellte. Schäfer war dessen Trauzeuge.