Vor 25 Jahren wurden die Energiemärkte liberalisiert. Trotz vielerlei Umbrüchen blieb dabei aber die Tariflandschaft relativ stabil. Neben einigen Flatrate-Modellen dominiert die klassische Verbrauchsabrechnung eines Stromprodukts, das letztlich das Ergebnis einer Mischkakulation aufgrund von Marktprognosen und einer vorausschauenden Beschaffungsstrategie ist. Kurzfristige Marktschwankungen bleiben hier ohne Einfluss. Doch das könnte sich zukünftig ändern: Mit dynamischen Tarifen sollen Kundinnen und Kunden verbindlich Zugriff auf ein deutlicher dynamisches Produkt erhalten.
Wie diese Tarife genau funktionieren, zeigt die ASEW morgen im Web-Seminar Dynamische Tarife mit Rabot Charge sowie am 16. November im Erfahrungsaustausch Umsetzung Dynamischer Tarife.
Energieversorger mit mehr als 100.000 Kunden müssen schon heute mindestens einen dynamischen Tarif anbieten. Ab 2025 ist dann jeder Versorger gesetzlich dazu verpflichtet.
Doch diese Tarife lohnen sich wohl für viele Haushalte einstweilen nicht. Davon ist zumindest das Vergleichsportal Verivox überzeugt. Wie eine Marktanalyse zeigte, gebe es aktuell noch wenig Auswahl und meist in den Tarifen auch keine Preisersparnis. Hinzu komme, dass bislang nur wenige Kundinnen und Kunden überhaupt etwas mit dem Begriff dynamischer Tarif anfangen können.
Nach der Auswertung von Verivox mussten Kundinnen und Kunden im Durchschnitt der letzten fünf Jahre mit dynamischen Tarifen 31,46 Cent je Kilowattstunde zahlen. Voraussetzung war, dass sie ein Zehntel ihres Verbrauchs in die jeweils günstigste Tageszeit verlegten. Beim günstigsten klassischen Tarif fielen dagegen nur 30,92 Cent je Kilowatstunde an. Damit waren dynamische Tarife 3,3 Prozent teurer als der Durchschnittstarif.
Laut dem Verivox-Energieexperten Thorsten Storck lohne der Aufwand über einen längeren Zeitraum bisher nicht, wenngleich smarte Lösungen und Speicher das in Zukunft ändern könnten.“