Zu Beginn der Weltklimakonferenz in Aserbaidschan sehen sich reiche Länder mit deutlichen Geldforderungen konfrontiert. Mindestens 1.000 Milliarden US-Dollar pro Jahr erwarten allein die 45 ärmsten Entwicklungsländer von den Industriestaaten, um den Klimawandel einzudämmen und seine Folgen zu mildern.
Die deutsche Klima-Staatssekretärin Jennifer Morgan sagte, Deutschland stelle sich grundsätzlich der Verantwortung. Doch müssten alle Staaten zahlen, „die es sich leisten können“.
Aus EU-Sicht stehen unter anderem China und die reichen Golfstaaten in der Pflicht, Klimahilfen zu zahlen. Nach UN-Logik sind sie aber als Empfängerländer eingestuft.
Auch Umweltorganisationen erwarten, dass die reichen Industriestaaten jährlich mindestens eine Billion US-Dollar für Entwicklungsländer mobilisieren – zehnmal mehr als die aktuell zugesagten 100 Milliarden pro Jahr.
Zur Finanzierung schlagen Klimaaktivisten Vermögenssteuern für Reiche oder Abgaben auf die Förderung von Kohle, Öl und Gas vor. Die Chefin des Climate Action Network (CAN), Tasneem Essop, kritisierte die zögerliche Haltung der Geberländer: „Zu dieser Konferenz zu kommen und zu sagen, dass sie nicht über das Geld verfügen, ist inakzeptabel.“
Oxfam Australien machte darauf aufmerksam, dass allein die Zahl der von Klimakatastrophen im Pazifik betroffenen Menschen im letzten Jahrzehnt im Durchschnitt um 700 Prozent gestiegen ist.
Knapp 200 Staaten beraten in Aserbaidschan zwei Wochen lang über die Vereinbarungen zum Klimaschutz und vor allem dessen Finanzierung. Selbst wenn alle Klimaschutzpläne der Staaten wirklich umgesetzt werden, steuert der Planet bis zur Jahrhundertwende auf eine Erhitzung um 2,6 bis 3,1 Grad zu – was erhebliche Teile der Welt unbewohnbar machen würde.