Ohne zusätzliche Maßnahmen wird Deutschland seine Energieeffizienzziele verfehlen. Das geht aus einer Analyse im Auftrag des Effizienzverbandes Deneff hervor. Das ist umso bedauerlicher, als die aktuellen Ziele erst im vergangenen Jahr neujustiert wurden.
So soll der Energieverbrauch bis 2030 im Vergleich zu 2008 um 26,5 Prozent (Ziel: 1.867 Terawattstunden) sinken, der Primärenergieverbrauch um 39,3 Prozent (Ziel: 2.252 Terawattstunden).
Wie die Analysten des Prognos-Instituts zeigen, liegt etwa beim Primärenergieverbrauch die erwartete Erfüllungsquote bei 90 Prozent (2.400 Terawattstunden), beim Energieverbrauch bei 56 Prozent (2.165 Terawattstunden). Laut Friedrich Seefeldt vom Prognos-Institut bestätige sich damit ein Trend.
Für die Analyse hat das Prognos-Institut ausgewertet, welche Auswirkungen eine Verschärfung von Instrumenten auf erwartete Energiesparerfolge hätte. Dazu zählt ein höherer CO2-Preis für Wärme und Verkehr, schärfere Effizienzvorgaben für Gebäude und eine Umsetzungspflicht für Effizienzmaßnahmen in der Industrie.
So könnte etwa ein CO2-Preisniveau von 240 Euro/Tonne zusätzliche Einsparreserven bei der Endenergie von 25 Terawattstunden heben. Einen ähnlichen Effekt würden verbindliche Sanierungsauflagen für unsanierte Gebäude bringen. Das weitaus größere Einsparpotenzial, bis zu 76 Terawattstunden, ergibt sich, wenn Industriebetriebe identifizierte Effizienzmaßnahmen verpflichtend umsetzen müssen. Diese Potenziale seien den Unternehmen durch die gesetzlichen Vorgaben für Energieaudits und den Einsatz von Energiemanagementsystemen ohnehin bekannt.
Wie der geschäftsführende Vorstand der Deneff, Christian Noll, erklärte werde die Energiewende erheblich schwieriger und teurer, gelinge es nicht, „endlich Schwung in Energieeffizienz von Gebäuden, öffentlicher Hand und Unternehmen zu bekommen“. Die Wirtschaft warte auf den Startschuss, es sei allein mangelnder politischer Gestaltungswille, der im Weg stehe.