Die Bundesregierung hat weitere Maßnahmen zur Sicherung der Energieversorgung verabschiedet. Zentrales Element dabei: Transporte von Kohle- und Öl per Schiene sollen künftig Vorrang vor anderen Schienennutzungen erhalten. Das Ziel hierbei ist, den Betrieb von Kraftwerken, Raffinerien und Stromnetzen sicherzustellen.
Laut Bundeswirtschftsminister Robert Habeck diene dies dazu, dass sich Deutschland möglichst schnell „aus der Klammer der russischen Energieimporte befreien“ kann. Vorübergehend müsse dafür die Verstromung von Erdgas durch Kohle und Mineralöl kompensiert werden. „Das verlangt eine sehr anspruchsvolle Logistik, die es notwendig macht Energietransporte auf der Schiene zu priorisieren.“
Die Regelung greift ab dem 1. September und ist auf ein halbes Jahr befristet. Sie gilt zudem nur für bestimmte Bahn-Korridore, die gleichwohl das Rheintal und auch große Teile Ostdeutschlands umfassen.
Für den Personenverkehr könnte das zusätzliche Verspätungen bedeuten: ICE oder Regionalzüge müssen im Zweifel warten. Bundesverkehrsminister Volker Wissing betonte, Niedrigwasser führe aktuell dazu, dass Binnenschiffe weniger Güter transportieren könnten. Man müsse deshalb überlegt priorisieren. „Das ist keine leichte Entscheidung, weil es im Zweifel bedeutet, dass in diesen Fällen andere Züge warten müssen.“