Energiewende: Windkraft & Solarenergie brechen ein

vom 28.06.2021

Die Produktion von erneuerbaren Energien ist im ersten Halbjahr deutlich zurückgegangen. Darauf weisen vorläufige Zahlen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW), die dieses gemeinsam mit dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) errechnet hat, hin. Demnach deckten regenerative Quellen 43 Prozent des Bruttostromverbrauchs in Deutschland. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 50 Prozent. Das ist ein Minus von 14 Prozent. Als Grund nannten beide die besondere Wetterlage im ersten Quartal 2021: Dieses sei ungewöhnlich windstill und sonnenarm gewesen. So ging allein die Produktion der deutschen Windenergieanlagen um gut ein Fünftel zurück.

Insgesamt kommt das erste Halbjahr 2021 auf eine Bruttostromerzeugung von 292 Terawattstunden – das wären rund 4,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum (279 Terawattstunden). Der Stromverbrauch lag bei rund 285 Terawattstunden (+5,2 Prozent, 1. Halbjahr 2020: 271 Terawattstunden). Aus regnerativen Quellen stammten 122 Terawattstunden: 39,3 Prozent davon entfielen auf Windenergie an Land, 22,9 Prozent auf Photovoltaik, 18 Prozent auf Biomasse, 9,8 Prozent auf Windenergie offshore und 7,4 Prozent auf Wasserkraft. Aus konventionellen Energieträgern stammten 170 Terawattstunden (+19,7 Prozent; 1. Halbjahr 2020: 142 Terawattstunden).

Die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung Kerstin Andreae verwies auf die Bedeutung, die die Energiewende habe: „Um die ambitionierten Klimaziele im Klimaschutzgesetz und European Green Deal zu erreichen, müssen wir das Ausbautempo deutlich anziehen. Für das höhere CO2-Einsparziel ist ein Anteil von mindestens 70 Prozent Erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung bis 2030 erforderlich.“ Dafür müsse nicht nur der Windenergie-Ausbau an Land beschleunigt werden, etwa durch mehr Genehmigungen und Flächenausweisung. Es brauche „auch einen echten PV-Boom mit einem Zubau von mindestens 10 Gigawatt pro Jahr.“

Der geschäftsführende Vorstand des ZSW Professor Frithjof Staiß verweist ebenfalls auf die besondere Bedeutung der kommenden Jahre für den weltweiten Klimaschutz: „Der Beschluss des neuen Klimaschutzgesetzes ist von großer Bedeutung, aber auch von großer Tragweite. Die Weichen müssen jetzt zeitnah gestellt werden. Dies ist umso dringlicher, weil 2030 aus Sicht von Planungsprozessen und Investitionsentscheidungen schon morgen und 2045 praktisch übermorgen ist. Für die erneuerbaren Energien erscheinen die Beschlüsse viel zu vage. Denn unbeantwortet bleibt die Frage, durch welche Maßnahmen sichergestellt werden soll, wie der Photovoltaik-Zubau gegenüber 2020 verdoppelt und der Zubau bei der Windenergie an Land sogar verdreifacht werden soll“.

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