Erdgas: Neue Umlage ab Oktober

vom 01.08.2022

Die Gaspreise steigen seit Monaten schon. Der Krieg Russlands in der Ukraine hat dies noch zusätzlich verschärft. Russland nutzt den Regler beim Gasfluss sehr offensichtlich als Druckmittel. Das belastet momentan vor allem die Gasimporteure, die aber für die Funktionsweise des Energiesystems enorm wichtig sind. Die Bundesregierung hat dem nun Rechnung getragen: Ab dem 1. Oktober wird es eine neue Gas-Umlage geben. Diese preist die erhöhten Beschaffungskosten in den Endabnehmer:innen-Preis ein.

Noch ist die genaue Höhe der Umlage nicht bekannt. Sie soll dem Vernehmen nach erst am 19. oder 20. August bekanntgegeben werden. Das wäre exakt sechs Wochen vor dem 1. Oktober, womit Preisanpassungen gemeinsam mit Greifen der neuen Umlage nicht möglich wären. Bundeskanzler Olaf Scholz hatte bezüglich der Mehrbelastung für Gaskundinnen und -kunden gesagt, die Umlage mache wohl 300 Euro im Jahr aus.

Die Umlage wird von der Bundesregierung für nötig erachtet, um die Arbeit der Gasimporteur:innen funktionsfähig zu halten. Diese müssen aktuell deutliche Extrakosten schultern, die sich aus der kurzfristigen, teuren Ersatzbeschaffung für zu wenig geliefertes russisches Erdgas ergeben. Über die Umlage können 90 Prozent dieser Kosten nun an die Kundinnen und Kunden weitergereicht werden.

Rechtsgrundlage ist Paragraph 26 des Energiesicherungsgesetzes. Zunächst wird die Umlage auf Basis einer Kostenprognose berechnet und dann jeweils im Nachhinein mit den tatsächlichen Kosten verrechnet. Deshalb wird die Umlage zwar ab Oktober ausgewiesen, die tatsächliche Zahlung erfolgt aber wohl erst im Abgleich mit der Jahresrechnung.