Erdöl: Weltweite Investitionen sinken

vom 06.06.2025

Die weltweiten Investitionen in Ölprojekte werden im laufenden Jahr um sechs Prozent sinken. Davon geht die Internationale Energieagentur (IEA) aus. Es wäre der erste Rückgang seit dem Ende der Coronakrise.

Wie IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol ausführt, sei das „auf die wirtschaftlichen Unsicherheiten, die geringeren Nachfrageerwartungen und die niedrigeren Preise zurückzuführen“. Der Rückgang sei vor allem das Ergebnis eines „starken Rückgangs der Ausgaben für US-Tight Oil“. 

Die Rohölpreise waren zuletzt gesunken. Die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump belastet die Weltwirtschaft, darüber hinaus hatte die OPEC+ zuletzt angekündigt, die Produktion in einem ohnehin schon übersättigten Markt zu erhöhen. Das setzt die Preise für Öl und Gas weiter unter Druck und sorgt laut IEA für schlechte Stimmung in der Branche.

Die IEA rechnet für 2025 mit Gesamtinvestitionen in die vorgelagerte Öl- und Gasindustrie in Höhe von rund 493 Milliarden Euro, was einem Rückgang von etwa vier Prozent entspricht. Die weltweiten Raffinerieinvestitionen dürften 2025 mit knapp 26 Milliarden Euro auf den niedrigsten Stand der letzten zehn Jahre fallen.

Die Ausgaben für Erdgasfelder werden voraussichtlich auf dem Niveau von 2024 bleiben, während sich die Investitionen in neue Flüssiggasanlagen in „einem starken Aufwärtstrend“ befinden. Neue Projekte in den USA, Katar oder Kanada sollen in den kommenden Jahren in Betrieb genommen werden. „Zwischen 2026 und 2028 wird der globale LNG-Markt sein bisher größtes Kapazitätswachstum erleben“. 

Die Förderung fossiler Energierohstoffe steht vor einer Verdopplung.