EU-Parlament: Stärkerer Fokus auf Methanleckagen

vom 27.04.2023

Das EU-Parlament will verhindern, dass mehr und mehr Methan aus industriellen Anlagen und Prozessen in die Umwelt gelangt. Dazu arbeiten die Parlamentarier aktuell unter anderem an schärferen Anforderungen für Pipelinebetreiber. Diese sollen den sogenannten Methanschlupf, sprich das Entweichen von Methan durch nicht genug abgedichtete Leitungen und Verbindungen, minimieren.

Die Ausschüsse für Umwelt und Energie sprachen sich für entsprechende Änderungen an einem Vorschlag der EU-Kommission aus. Die Kommission will den Methanausstoß im Energiesektor bis 2030 um mindestens 58 Prozent gegenüber 2020 reduzieren.

Teil der Pläne ist es nun, dass Pipelinebetreiber den zuständigen nationalen Behörden ein Programm zum Umgang mit Methanleckagen vorlegen. Im Gegensatz zum Kommissionsvorschlag wollen die EU-Parlamentarier zudem häufigere Untersuchungen auf Leckagen. Wenn Methan austritt, soll sofort nach der Entdeckung oder spätestens innerhalb von fünf Tagen eine Reparatur erfolgen.

Darüber hinaus soll das Abfackeln und Ablassen von Methan aus Entwässerungsstationen bis 2025 und aus Lüftungsschächten bis 2027 verboten werden. Die EU-Mitglieder sollen zudem Minderungspläne für Methanemissionen aus stillgelegten Kohlebergwerken, Öl- und Gasquellen erstellen.

Auch für die Öl- und Gasimporteure wird es neue Regelungen geben: Diese sollen nachweisen, dass die Länder, aus denen das zu importierende Öl und Erdgas stammt, sich an ähnliche Regelungen wie die EU halten. Laut der EU-Parlamentarierin Jutta Paulus könnten im Energiesektor „drei Viertel der Methanemissionen durch einfache Maßnahmen und ohne große Investitionen vermieden werden“. Die EU-Energiewirtschaft steht für etwas weniger als ein Fünftel der Methanemissionen (19 Prozent), größere Emittenten sind die Land- (53 Prozent) sowie die Abfallwirtschaft (26 Prozent).

Strömt bald doch Erdgas durch NordStream 2?