EU: Regenerativer Strom führt erstmals

vom 06.02.2023

Die EU setzt verbal sehr stark auf ein nachhaltiges Image. Immerhin zeigen die Strommarktdaten, dass dies durchaus ernstgemeint ist: 2022 wurde erstmals mehr Strom aus regenerativen Quellen erzeugt als aus Erdgas.

Wie eine Analyse der Denkfabrik Ember Climate zeigt, stammten im vergangenen Jahr rund 22 Prozent des Stroms oder 623 Terawattstunden in der EU aus Wind- und Sonnenkraft. Das ist der höchste Anteil, der bislang für die EU registriert wurde. 2021 waren es noch etwa 19 Prozent. Aus Erdgas wurden 2022 fast 20 Prozent des EU-Strommixes generiert.

Den größten Anteil dieses regenerativen EU-Stromsees lieferte Deutschland – 126 Terawattstunden aus Wind und 59 Terawattstunden aus Sonne. Allerdings liegen prozentual andere Staaten vor der Bundesrepublik: Den meisten Sonnenertrag ernten die Niederlande mit 14 Prozent am gesamten Strommix, gefolgt von Griechenland und Ungarn (beide je 13 Prozent). Deutschland kommt hier auf knapp zehn Prozent. Bei der Windenergie ist Dänemark mit über 50 Prozent einsamer Spitzenreiter, gefolgt von Litauen mit fast 40 Prozent und Irland mit rund 35 Prozent. Deutschland deckt 20 Prozent des Stroms mit Windkraft.

Die Zuwächse können sich dabei durchaus sehen lassen: 203 Terawattstunden Strom (+39 Terawattstunden) stammten aus Sonnenenergie – 24 Prozent mehr als 2021. Den Berechnungen zufolge konnten dadurch Gaseinkäufe in Höhe von rund zehn Milliarden Euro vermieden werden. 20 der 27 EU-Staaten erzeugten 2022 so viel Sonnenenergie wie noch nie. Die größten Fortschritte gab es dabei in Deutschland, Spanien und Polen.

Aus Windkraft stammten vergangenes Jahr 420 Terawattstunden Strom (+33 Terawattstunden).

Energy Sharing hat nun eine gesetzliche Grundlage.