Extremwetter: Klimawandel treibt Entwicklung

vom 08.07.2021

Der pazifische Westen Nordamerikas ist Anfang des Monats von einer extremen Hitzewelle gebeutelt worden. Als Folge traten dort ebenfalls große Waldbrände auf. Manch einer ist versucht, dies als natürliche Schwankung abzutun, die mal mehr, mal weniger stark Jahr für Jahr auftritt. Für andere steht dagegen außer Frage, dass es sich um eine Folge des menschengemachten Klimawandels handelt. Eine internationale Forschergruppe, zu der auch das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung gehört, hat sich des Phänomens angenommen und ist sicher: Ohne den Klimawandel sei dieses Hitzeextrem so gut wie unmöglich gewesen. Dieser habe die Hitzewelle 150 Mal wahrscheinlicher gemacht.

Um zu diesem Ergebnis zu kommen, verglichen die beteiligten Wissenschaftler die Temperaturen von Ende Juni und Anfang Juli mit historischen Daten seit dem Jahr 1800. Das Ergebnis dieser Datenlage: Die Hitzewelle von Juni/Juli 2021 sei selbst angesichts des als evident vorausgesetzten Klimawandels ein Ereignis, das wohl nur in einem von 1.000 Jahren vorkommen dürfte. Laut Dr. Friederike Otto, Associate Director des Environmental Change Institute der Universität Oxford, sei das, was die Menschheit aktuell erlebe, beispiellos. „Es ist nicht normal, dass Wärmerekorde um vier oder fünf Grad Celsius gebrochen werden.“

Allerdings weisen die Forscher darauf hin, dass es noch einen anderen Grund für die Hitze geben könnte: dass der Klimawandel eine Schwelle erreicht habe, bei der sich bislang nicht für möglich gehaltene extreme Wetterphänomene sprunghaft häufen. Darauf deuteten die gesammelten Daten allerdings bislang nicht hin. Dies sei zwar nicht unmöglich, aber doch sehr unwahrscheinlich. Eines indes ist sicher: Eine globale Erwärmung um zwei Grad Celsius, die bei derzeitigen Emissionen in wenigen Jahrzehnten erreicht würde, könnte Ereignisse wie die Hitze in Nordamerika statt im Schnitt einmal in 1.000 Jahren alle fünf bis zehn Jahre eintreten lassen.

Der Klimawandel wurde vor allem von fünf Konzernen angetrieben.