Fernwärmekunden klagen seit geraumer Zeit über hohe Kosten und undurchsichtige Preise. Die Bundesregierung will die Anbieter jetzt zu mehr Transparenz verpflichten. Laut einem aktuellen Referentenentwurf aus dem Bundeswirtschaftsministerium sollen die Versorger zum Beispiel Musterrechnungen im Internet veröffentlichen.
Außerdem sollen die Preisänderungsklauseln in den Verträgen mit den Anbietern „konkretisiert“ werden, „um Preisanpassungen transparenter zu machen und an die Kostenentwicklung der tatsächlich eingesetzten Energieträger zu binden“.
Der Union kann es damit nicht schnell genug gehen: So kritisierte die CDU-Bundestagsabgeordnete Anne König leicht und fast schon gewohnt polemisch, dass der Entwurf aus dem BMWK „viel zu spät“ komme. „Die Ampel sollte nun sicherstellen, dass es kein weiteres Bürokratiemonster wird. Und auf keinen Fall darf die Technologie durch das Ampel-Chaos zerrieben werden, so wie es bei der Wärmepumpe durch das Ampel-Heizungsgesetz geschehen ist.“
Indes sind auch die Verbraucherschützer mit den Plänen nicht ganz zufrieden. So sieht es etwa der Bundesverband der Verbraucherzentralen kritisch, dass im aktuellen Referentenentwurf keine Preisaufsicht enthalten sei. „Der Fernwärmemarkt stellt im Energiesektor das stärkste Monopol dar. Dennoch fehlt eine zentrale Preisaufsicht bei einer Bundesbehörde“.