Die Europäische Union kauft erstmals Erdgas zentral für alle EU-Mitglieder ein. So soll künftig ein Teil der EU-weiten Erdgasnachfrage gedeckt werden. Dazu wird auf der Plattform AggregateEU die entsprechende Nachfragemenge gebündelt erfasst. Die EU-Staaten erhoffen sich, über diese Schwerpunktbildung günstigere Importpreise für europäische Verbraucher auszuhandeln.
Bereits jetzt sind die EU-Mitgliedsstaaten verpflichtet, nationale Erdgasvorräte anzulegen. Dazu kommt nun die Anforderung, 15 Prozent der Speichermengen über die gemeinsame Einkaufsplattform auszuschreiben. Höhere Quoten sind ebenfalls möglich. Laut der EU-Kommission haben sich bereits 70 bis 80 Unternehmen auf der Plattform registriert.
Wie „Die Welt“ berichtete, werteten Kommissionsbeamte die Zahl der teilnehmenden Unternehmen zum Start der Plattform als positives Zeichen. Werde die europäische Einkaufsgemeinschaft für Gas ein Erfolg, solle das Konzept auch auf den Einkauf seltener Rohstoffe und auf Wasserstoff ausgeweitet werden.
Die Einkaufsgemeinschaft ist eine Reaktion auf das Agieren Deutschlands in der Gaskrise. Die Bundesregierung hatte die Trading Hub Europe (THE) für eine hohe Milliardensumme freie Gasmenge am Weltmarkt aufkaufen lassen. Dies hatte unter anderem zu einem deutlichen Anstieg der Weltmarkt-Notierungen für LNG geführt.