Gasförderung: Bund prüft Wintershall-Verkauf eingehend

vom 18.01.2024

BASF-Chef Martin Brudermüller ist fest entschlossen, als eine der quasi letzten Entscheidungen vor seinem Abgang von der Konzernspitze im April, die BASF-Tochter Wintershall Dea zu verkaufen. Hier könnte ihm jedoch der Bund in die Parade fahren. Denn dieser sieht den anvisierten Verkauf an das britische Ölunternehmen Harbour Energy seh kritisch.

So sagte der Wirtschaftsstaatssekretär Stefan Wenzel dem „Handelsblatt“, die Bundesregierung werde die geplanten Maßnahmen „nach Außenwirtschaftsrecht prüfen. Auch das Kartellamt wird sich den Fall voraussichtlich angucken“. 

Für Deutschlands einzigen Öl- und Gasförderer würde der Verkauf an die Briten das Ende der Eigenständigkeit bedeuten. Die beiden Zentralen in Kassel und Hamburg würden aufgelöst, Hunderte Mitarbeiter entlassen. 

Warum will die Politik intervenieren? Laut dem energiepolitischen Sprecher der FDP-Fraktion, Michael Kruse, zu lesen im „Handelsblatt“, führe der Verkauf Deutschland weiter in die Energieabhängigkeit. Für den SPD-Energiepolitiker Bengt Bergt bedeutet der Verkauf nicht nur den Verlust von Know-how. Ebenfalls dem „Handelsblatt“ sagte Bergt, Deutschland verliere damit auch den technischen Zugriff auf Gasfelder. Mit dem Verkauf gehe zudem Expertenwissen über die Verfahren der Abscheidung und Speicherung von CO2 verloren. 

BASF indes bezeichnete den Verkauf der Tochter bei der Bekanntgabe kurz vor Weihnachten als „wichtigen Schritt“ bei dem schrittweisen Ausstieg aus dem Öl- und Gasgeschäft. Das Volumen wird mit gut 10,3 Milliarden Euro bewertet. Harbour Energy soll rund 1,97 Milliarden Euro zahlen. Zudem soll BASF 39,6 Prozent der Anteile an der neuen, erweiterten Harbour-Gesellschaft erhalten. 

Der Verkauf des Gasförderers Wintershall steht auf dem Prüfstand