Der Bundestag hat die vorliegenden Vorschläge der Expertenkommission zur Gaspreisbremse in einer Aktuellen Stunde diskutiert. Die Bundesregierung will diese so schnell wie möglich umsetzen. Folgerichtig nannte der parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Florian Toncar, das Vorhaben denn auch „Herzstück“ des Abwehrschirms gegen die hohen Energiepreise. Die Maßnahme solle verhindern, dass Existenzen gefährdet werden. Der stellvertretenden Grünen-Fraktionschefin Julia Verlinden zufolge brauche es jetzt eine schnelle Unterstützung, „und deswegen werden wir das auch so schnell es irgend geht auf den Weg bringen“. SPD-Fraktionsvize Matthias Miersch brachte zudem Nachbesserungen ins Spiel. So sollen etwa Härten bei den Nutzern von Holzpellets und Ölheizungen ebenfalls abgefedert werden.
Dem Modell der Expertenkommission nach soll die Preisbremse zwei Stufen umfassen. Im Dezember soll es für alle Gaskundinnen und -kunden eine Einmalzahlung geben, ab März dann soll für einen noch zu definierenden Grundbedarf ein Einheitspreis von brutto 12 Cent je Kilowattstunde (bzw. 9,5 Cent bei Fernwärme) gelten. Davon würde dann der Steuerzahler über einen mit bis zu 200 Milliarden Euro gefüllten Fonds 80 Prozent der Kosten übernehmen.
Bei der Opposition stieß ein Großteil der Vorschläge erwartungsgemäß auf Kritik. Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Andreas Jung sagte, die Einmalzahlung werfe „mehr Fragen auf[…] als [sie] beantwortet“. Der Fraktionsvorsitzende Der Linke, Dietmar Bartsch, nannte es absurd, dass die Gaspreisbremse erst am Ende der Heizsaison in Kraft treten soll. Die Einmalzahlung im Dezember ist ihm zufolge eine „unsoziale Gießkanne“. Der AfD-Abgeordnete Rainer Kraft sprach von „blindem, teuren Aktionismus“.