Gaspreiskrise gefährdet nicht den Kohleausstieg

vom 20.04.2022

Die im Falle eines Exportstopps oder eines weitreichenden Embargos nötige Substitution von russischem Erdgas hat keine Auswirkungen auf den durch Deutschland beschlossenen Kohleausstieg. Das ist das Ergebnis einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). In einem solchen Fall müssten zwar Kohlekraftwerke kurzfristig länger am Netz oder in Bereitschaft bleiben. Aber, so das DIW: „Aufgrund des zu erwartenden starken Zubaus an Erneuerbaren kann […] die Stein- und Braunkohleverstromung bereits ab dem Jahr 2024 wieder deutlich absinken“.

Sollte kein russisches Gas mehr fließen, müsste Deutschland laut DIW im extremsten Szenario rund 43 Terawattstunden ersetzen. Hinzu käme Ende des Jahres der Wegfall der drei letzten noch aktiven Atomkraftwerke Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2. Dadurch fehlen ab dem kommenden Jahr weitere 64 Terawattstunden Stromerzeugung im Vergleich zum Jahr 2020. Einen Teil davon könnten erneuerbare Energien kompensieren. „Zur Absicherung der Stromversorgung im Jahr 2023 sollten jedoch die in diesem Jahr zur Stilllegung vorgesehenen Steinkohlekraftwerke vorübergehend als Reserve vorgehalten werden sowie die sich schon in der Reserve befindlichen Steinkohleblöcke in dieser verbleiben“.

Warum das DIW dennoch glaubt, dass das keine negativen Auswirkungen auf den Kohleausstiegsbeschluss hat? „Mittelfristig ersetzen erneuerbare Energien einen Großteil der fossilen Stromerzeugung“.

Kohleausstieg 2030 bleibt realisierbar