Gasversorgung: BNetzA zieht Jahresbilanz

vom 08.01.2025

Die Bundesnetzagentur hat die Zahlen zur Gasversorgung für das Jahr 2024 veröffentlicht. Demnach hat Deutschland im zurückliegenden Jahr insgesamt 844 Terawattstunden Gas verbraucht. Das sind 3,5 Prozent mehr als im Vorjahr (811,5 Terawattstunden).

Rund 39 Prozent des gesamten deutschen Gasverbrauchs entfielen dabei auf Haushalte und Gewerbe. Im Vergleich zum Durchschnittsverbrauch der Jahre 2018 bis 2021 ist der deutsche Erdgasverbrauch um 14 Prozent zurückgegangen, wobei Haushalts- und Gewerbekunden 17, Industriekunden 12 Prozent eingespart haben.

Begünstigt wurde das durch relativ milde Temperaturen: Diese lagen 2024 im Mittel knapp 0,9 Grad über dem Durchschnitt der Jahre 2018-2021.

Decken musste Deutschland diesen Verbrauch vorrangig durch Gasimporte: 865 Terawattstunden (2023: 968 Terawattstunden) flossen über die deutschen Grenzen, davon 48 Prozent aus Norwegen, 25 Prozent aus den Niederlanden und 18 Prozent aus Belgien. Die deutschen LNG-Terminals in Wilhelmshaven, Brunsbüttel, Lubmin und Mukran stemmten 69 Terawattstunden (8 Prozent). Die inländische Förderung deckte 36 Terawattstunden (2023: 37 Terawattstunden).

Bei den gesetzlichen Stichtagen bezüglich der Speicherstandfüllung überperformte das Land: Bereits im Juli 2024 waren die Speicher zu 85 Prozent gefüllt und erreichten am 3. November einen Füllstand von 98 Prozent. Aktuell sind die Gasspeicher zu 77 Prozent gefüllt.

Allerdings wird seit dem 4. November kontinuierlich ausgespeichert. Zu Jahresbeginn lag der Füllstand damit deutlich unter dem des Vorjahres (91 Prozent). 

Schon zum Jahresausklang 2024 hatte BNetzA-Präsident Klaus Müller zu Sparsamkeit beim Gasverbrauch aufgerufen. „Es lohnt sich auf jeden Fall weiterhin, Gas zu sparen und damit den Geldbeutel zu entlasten“. Müller sieht Deutschland trotz des gestiegenem Gasverbrauchs aber gut für den Winter gerüstet und wertet die Gesamtlage deshalb positiv. „Wir sind bisher gut durch die erste Hälfte des Winters gekommen“. Die Speicher seien mit rund 80 Prozent noch gut gefüllt. „Damit sind wir für die nächsten drei Monate gut gerüstet.“