Greenpeace-Chefin wird Staatssekretärin

vom 11.02.2022

Es ist eine Personalie, die große Aufmerksamkeit auf sich zog: Außenministerin Annalena Baerbock will die bisherige Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan zur Staatssekretärin ernennen. In dieser Funktion soll Morgan als Sonderbeauftragte für Internationale Klimapolitik die Bundesrepublik etwa auf den Weltklimakonferenzen vertreten.

Die designierte Staatssekretärin zeigte sich „sehr geehrt durch das Vertrauen”. Mit Freude und Entschlossenheit nehme sie diese Aufgabe an. Ihr Ziel sei es, „ein pro-aktives, ressortübergreifendes Team Deutschland mit anderen Ressorts gemeinsam zu bilden”. Die Energiewende bezeichnet Morgan als „eine klare Soft-Power Deutschlands”. Dies werde man aktiv nutzen.

Die Berufung stieß indes auf durchaus entschiedene Kritik, insbesondere aus den Reihen der Opposition. Der Parteien-Forscher Jürgen Falter etwa nannte die Personalie in der BILD-Zeitung „außergewöhnlich, um nicht zu sagen grenzwertig“. Falter zufolge handele die Außenministerin hier bewusst, um so zu signalisieren, dass sie die Klimapolitik nicht völlig ihrem Parteifreund Bundeswirtschafts- und -klimaschutzminister Robert Habeck überlassen wolle. Zudem sei ungewöhnlich, „dass hier eine nicht-deutsche Staatsbürgerin in eine solche Position geholt wird – und dafür schnell die Staatsbürgerschaft wechseln muss“.

Noch weiter geht die Opposition: Unionspolitiker Jan-Marco Luczak zeigte sich, ebenfalls in der BILD-Zeitung, besorgt, dass das Auswärtige Amt „zum Handlanger einer grünen Aktivistin“ werde. Hier zeige sich zudem eine „Bigotterie“ grüner Personalpolitik: „Wenn der Chef des ADAC ins Verkehrsministerium wechseln würde, hätten die Grünen voller Abscheu aufgeschrien.“

Greenpeace in der Regierung?