Das zurückliegende Jahr brachte für die erneuerbaren Energien neue Höchstwerte! Wie aus einer ersten Auswertung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) hervorgeht, lag der Anteil regenerativer Erzeugung 2023 bei 59,7 Prozent (Lastanteil: 57,1 Prozent). Das ist eine deutliche Steigerung im Vergleich zu 2022, wo der Wert mit 50,2 Prozent erstmals die 50-Prozent-Marke genommen hatte.
Ursächlich lag das besonders daran, dass das Jahr regen- und windreich war. Beim Ausbau der Erzeugungskapazitäten stach vor allem die Photovoltaik hervor: Erstmals wurden hier mit rund 14.000 Megawatt sowohl zweistellige Gigawatt-Zuwächse realisiert, aber auch das Ausbauziel der Bundesregierung (9.000 Megawatt) deutlich übertroffen. Rund 59,9 Milliarden Kilowattstunden erzeugten die PV-Anlagen kumuliert, davon wurden 6,4 Milliarden Kilowattstunden selbst verbraucht. Mit einer PV-Produktion von rund 9 Milliarden Kilowatttstunden war der Juni der Monat mit der höchsten solaren Stromerzeugung bislang überhaupt.
Auch 2023 war jedoch die Windkraft die wichtigste Stromquelle. Windräder fuhren insgesamt 139,8 Milliarden Kilowattstunden ein, was gut ein Drittel (32 Prozent) der öffentlichen Stromerzeugung ausmacht. Zugleich bedeutet dies einen Zuwachs von 14,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. An Land stehende Windräder sorgten dabei für 115,3 Milliarden Kilowattstunden (plus 16,5 Prozent), in der Nord- und Ostsee aufgestellte Windräder trugen mit 23,5 Milliarden Kilowattstunden (minus 5 Prozent) zum Ergebnis bei.
Aus Wasserkraft stammten 20,5 Milliarden Kilowattstunden (plus 17,1 Prozent). Dabei hat sich die installierte Leistung von 4.940 Megawatt gegenüber den Vorjahren kaum verändert. Die höhere Produktion ist dem an sich regenreicheren Jahr zu verdanken, dass Flüsse und Talsperren gut füllte.
Biomasse erzeugte mit einer installierten Leistung von 9.000 Megawatt 42,3 Milliarden Kilowattstunden – und damit fast exakt so viel wie im Vorjahr (plus 0,24 Prozent).
Insgesamt stammten 2023 rund 260 Milliarden Kilowattstunden aus regenerativen Quellen (plus 7,2 Prozent).
Einen deutlichen Einbruch musste die Produktion aus Kohle hinnehmen. Sowohl Braun- (minus 27 Prozent) als auch Steinkohle (minus 35 Prozent) verringerten ihre Bedeutung im deutschen Strommix erheblich. Erdgas konnte seine Bedeutung im Vergleich zum Vorjahr fast stabil halten: Mit 45,8 Milliarden Kilowatttstunden stammte etwas weniger Strom aus dem Energieträger Erdgas. Da die letzten deutschen Atomkraftwerke im April vom Netz gingen, machte Atomenergie nur einen Anteil von 1,5 Prozent aus.
Parallel zur erfreulichen Entwicklung der erneuerbaren Erzeugung ging es auch im Speichersegment voran. Insgesamt nahm die installierte Batterieleistung im Privatbereich auf 7.600 Megawatt zu (plus 72,7 Prozent). Die Speicherkapazität stieg von 6,5 auf 11,2 Millionen Kilowattstunden. Die deutschen Pumpspeicherwerke bringen es auf eine Leistung von rund 6.000 Megawatt.